Die junge Generation hasst die Künstliche Intelligenz

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Die junge Generation hasst die Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz, Generationenkonflikt, Jugendliche

Eine persönliche Betrachtung über die Gegensätze zwischen Jung und Alt. Während viele Ältere die Künstliche Intelligenz als bahnbrechende Innovation feiern, lehnen junge Menschen sie häufig wegen unseriöser Inhalte, des hohen Energieverbrauchs, möglicher Jobverluste und der allgegenwärtigen PräsenzKI-generierter Produkte ab. Dabei zeigt der Text, dass junge Menschen neue Technologien nicht grundsätzlich ablehnen, sondern kritisch und skeptisch betrachten können.

Früher waren es doch die Alte, die gegen das Neue waren: gegen die Schrift, gegen die Dampflok, gegen den Taschenrechner. Neulich habe ich ein liebes Lob bekommen.

Es kam von einer sehr, sehr jungen Kollegin, die meinte, sie möge meine Kolumne, man merke ihr an, dass ein Mensch sie geschrieben hat. Jetzt habe ich im Laufe der Jahre so manches Kompliment gehört, auch so manche Kritik, aber das hier war neu. Weil die Zeiten aber sind, wie sie sind, habe ich mich gefreut. Mensch sein, das ist schon was.

Vor allem, wenn man weiß, wie sehr die Jungen die KI hassen. Sie hassen sie für den massenhaften Schrott, den sie produziert und mit dem sie das Netz überschwemmt. Sie hassen sie für die Energie, die sie fressen wird. Für die Jobs, die sie vernichten wird.

Und sie hassen sie dafür, dass man sich bei jedem Video von einer fröhlich herumhüpfenden Ziege, bei jedem lustig bedruckten T-Shirt, bei jedem Post und jeder Mail fragen muss, ob das jetzt KI ist. Eine Freundin meiner Tochter hat, bevor sie ihr letztes Jahr ein Notizbuch gekauft hat, bei der Firma nachgehakt, ob der Einband eh von einem echten Grafiker designt worden ist.

Und wenn jetzt jemand fragt, wie man etwas hassen kann, das für einen die Hausaufgaben übernimmt: Der Klassenprimus, von dem früher alle abgeschrieben haben, war schließlich auch nicht automatisch beliebt. Mit der KI hat die Menschheit das erste Mal eine Technologie erfunden, die von den Jungen gehasst wird und von vielen Alten gefeiert.

Die waren immer gegen alles Neue, gegen die Erfindung der Schrift, weil die Menschen ihr Gedächtnis nicht trainieren, gegen die Dampflokomotive, weil unser Organismus nicht für solche Geschwindigkeit gemacht sei. Gegen den Taschenrechner, weil wir das Kopfrechnen verlernen. Aber jetzt finden sie die neue Technologie „genial“ . Sie fluten die Gruppenchats mit bearbeiteten Fotos, die sie in ABBA-Klamotten und mit Dauerwelle zeigen.

Sie lassen ChatGPT lustige Verse über den Ludwig-Onkel schustern . Sie betreiben mit Claude Ahnenforschung und lassen sich von Google Gemini Tipps für die nächste Reise geben. Ich frage mich, woher das kommt.

Kurz dachte ich, es liegt vielleicht daran, dass Large Language Models so einfach zu bedienen sind. Aber ich glaube, es ist etwas anderes: Für die Alten ist es Spaß. Für die Jungen aber ist es ernst.

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