Die russische Parlamentswahl 2024 wird mit einem vorhersehbaren Ergebnis erwartet: Die Putin-Partei 'Einiges Russland' soll über 50 Prozent erreichen, während oppositionelle Kräfte kaum eine Chance haben. In diesem Kontext sind die Wähler oft desillusioniert und vermeiden heikle Themen wie den Ukraine-Krieg oder den Benzinmangel. 'Presse'-Korrespondent Stefan Scholl berichtet aus Moskau über die Stimmung im Land und die Herausforderungen für einen ausländischen Journalisten in diesem politischen Umfeld.
Die Duma-Wahl in Russland lässt die Russen eher kalt. Das Ergebnis steht quasi fest. An heiklen Themen wie dem Krieg in der Ukraine oder dem Benzinmangel will niemand anstreifen.
„Presse“-Korrespondent Stefan Scholl erzählt von Begegnungen während des Wahlkampfs und wie es ist, als ausländischer Journalist in Moskau zu leben und zu arbeiten. Ein Wahllokal in Nowosibirsk. In Russland wird dieser Tage ein neues Parlament gewählt. Der Ausgang ist schon im Vorhinein klar.
Über 4400 Kandidaten und zehn Parteien bewerben sich um 450 Sitze im russischen Parlament. Das Ergebnis der Dreitages-Abstimmung gilt im Voraus als sicher: Nach den „Wahlprognosen“ der staatlichen Meinungsforscher holt die Putin-Partei „Einiges Russland“ wieder über 50 Prozent, die vier kremltreuen Duma-Parteien dürften die Fünf-Prozent-Hürde meistern, oppositionelle Parlamentarier sind nicht vorgesehen. Viele Russen haben mit der Politik längst abgeschlossen. Nur wenige Kandidaten trauen sich offen gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin aufzutreten.
Selbst offensichtliche Themen wie der Benzinmangel werden nicht offen diskutiert. Und für Oppositionspolitiker gilt: Je mehr Aufmerksamkeit sie erhalten, desto größer die Gefahr, dass sie entweder von den Wahllisten gestrichen oder gleich verhaftet werden. Stefan Scholl lebt seit Jahrzehnten in Russland. Seit wenigen Wochen ist er auch Korrespondent der „Presse“ aus Moskau.
Er erzählt im Podcast über seine Arbeit, die Bedeutung der Duma, inwieweit die Russen noch hinter Wladimir Putin stehen und wie groß die Sorge vor einer erneuten Mobilmachung ist. Sie hören hier „Was wichtig ist“, den Nachrichtenpodcast der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ für neugierige Ohren, die mehr wissen wollen als die Schlagzeile.
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