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Die französische Enthüllungs-Plattform Mediapart entlarvt den Parteichef des rechtspopulistischen Rassemblement National: Als 18-Jähriger habe er antisemitische Inhalte verbreitet. Bardella...

Die französische Enthüllungs-Plattform Mediapart entlarvt den Parteichef des rechtspopulistischen Rassemblement National: Als 18-Jähriger habe er antisemitische Inhalte verbreitet. Bardella bestreitet die Vorwürfe und kündigte eine Klage gegen das Medienportal an.

Bei der Papstmesse an der Pariser Place de la Concorde am Samstag: Parteichef Jordan Bardella und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen.lägen Israel und die Bankeninteressen näher als die nationalen Interessen Frankreichs; der „Jude“ müsse andere Völker beherrschen, „zerschlagen und bestehlen“ – mit Jerusalem als Hauptstadt: Das Online-Magazin Mediapart schreibt Jordan Bardella, dem Parteichef des, krasse antisemitische Äußerungen zu. Zu Beginn seiner Karriere im damaligen Front National soll er als 17- und 18-jähriger Rechtsextremist derlei Ressentiments in Online-Foren gestreut haben.

Der heute 31-Jährige streitet die kompromittierenden Sätze ab und bezichtigt Mediapart, mit „plumpen Fälschungen“ eine Hetzkampagne gegen ihn anzetteln zu wollen. Er kündigte eine Klage gegen das Medienportal an. Ohne zu zögern haben sich die Präsidentschaftskandidatin, und alle Parteisprecher hinter ihn gestellt, um zum Gegenangriff überzugehen und die Enthüllungen zu diskreditieren. Die Journalisten des Online-Magazins sprechen dagegen von einem schriftlich belegten „obsessiven Antisemitismus“.

Völlig überrascht ist eigentlich niemand. So meinte der französische Europaminister Benjamin Haddad lakonisch zu dieser Polemik: „Wen kann das erstaunen? Die extreme Rechte ist die extreme Rechte.

“ Und Außenministerkommentierte: „An alle, die ein zu kurzes Erinnerungsvermögen haben: Der Antisemitismus ist auf dem Weg des RN nicht ein Ausrutscher, sondern die Geschichte dieser Partei. Dies ist das wahre Antlitz der extremen Rechten.

“Hinter dem glatt polierten Image von Marine Le Pens Rassemblement National steckte nämlich trotz aller Verharmlosungsbestrebungen immer noch der vom notorischen Rassisten und Antisemitenzusammen mit einem Ex-Waffen-SS-Mitglied gegründete Front National. Das war kein Geheimnis in Frankreich. Doch wie viele wären heute offensichtlich bereit, diese Periode als vergebene und vergessene Vergangenheit unter den Tisch zu wischen, und bei den Präsidentschaftswahlen Marine Le Pen als nächste Präsidentin der Republik zu wählen?

Muss man es ihr und der Partei aber auch noch abnehmen, heute ein Bollwerk gegen Judenhass und Antizionismus zu sein? Die von Mediapart publizierten Zitate zeugen von einem Antisemitismus des jugendlichen FN-Mitglieds Bardella ganz im Stil seines Vorbilds Jean-Marie Le Pen. Damals, laut Mediapart im Jahr 2013 – als Marine Le Pen bereits von ihrem Vater die Parteiführung übernommen hatte –, schien es fast selbstverständlich, dass Bardella klassisch antisemitische Vorurteile geäußert hat.

Damals sei Bardella weitgehend unter dem Einfluss des antisemitischen Verschwörungstheoretikers Alain Solal gestanden. Heute könnte Bardella protestieren, es sei unfair, solche „diffamierende“ Bemerkungen aus seiner Jugend gegen ihn für die politische Kampagne zu verwenden. Stattdessen dementiert er auf X, solche Äußerungen je gemacht oder auch nur gedacht zu haben. Die Mediapart-Journalisten erklären, sie hätten seit Monaten recherchiert und die Echtheit der zitierten Sätze mehrfach geprüft.

Wenn nun, wie dies angekündigt wird, Mediapart die umstrittenen Zitate belegt, geht Bardella mit seiner vehementen Gegenattacke das Risiko ein, erst recht als politischer Hochstapler und Lügner entlarvt zu werden. Die politischen Gegner des RN überschlagen sich in schadenfrohen Kommentaren. Die Vorsitzende der Grünen, Marine Tondelier, und der Parteichef der Sozialisten,

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