Die Anleihenmärkte sind in Alarmstimmung

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Investoren trennten sich am Montag von Staatsanleihen. Vor allem die USA sind jetzt unter Druck. Was hat der Ölpreis damit zu tun – und wie reagiert der Goldpreis?

Investoren trennten sich am Montag von Staatsanleihen. Vor allem die USA sind jetzt unter Druck. Was hat der Ölpreis damit zu tun – und wie reagiert der Goldpreis?

An den globalen Anleihenmärkten geht es momentan heiß her. Denn der weltweite Ausverkauf von Rentenpapieren hat sich auch zu Wochenbeginn weiter fortgesetzt. Trennen sich Investoren von Anleihen, rasseln ihre Kurse in den Keller, während die Renditen nach oben schnalzen. So geschehen am Montag: Zehnjährige amerikanische Staatsanleihen erreichten mit 5,2 Prozent nicht nur ein neues 52-Wochen-Hoch, sondern auch jenes Niveau, an dem sie kurz vor Ausbruch der Finanzkrise notierten.

Auch in Deutschland schob sich das zehnjährige Papier mit einer Rendite von 3,6 Prozent auf den höchsten Stand seit 2009. Für deutsche Staatspapiere ist es bereits der siebente Wochenanstieg in Folge.. Er hat den Vorschlag des Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz abgelehnt. Das nährt die Sorge vor weiter steigenden Ölpreisen und einer anhaltend hohen Inflationsrate.

Die Energiepreise fließen nämlich in die Berechnung der Verbraucherpreise mit ein. Befindet sich die Teuerung für längere Zeit auf einem hohen Niveau sehen sich die Notenbanken jedoch dazu gezwungen, ihre Leitzinssätze zu erhöhen, um ihr Mandat – das meistens bei zwei Prozent liegt – zu erfüllen. Ihr Verhalten hat großen Einfluss auf die Annahmen, die der Finanzmarkt trifft. Besonders stark gerieten am Montag deshalb auch kurzlaufende Staatsanleihen unter Druck, die empfindlich auf Änderungen der Zinserwartungen reagieren.

So stieg die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen um fünf Basispunkte auf rund 4,9 Prozent. Bei vergleichbaren deutschen Papieren erhöhte sie die Rendite ebenfalls um fünf Basispunkte auf 3,3 Prozent. Der Abstand zwischen kurz- und langfristigen US-Anleiherenditen ist in den USA damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2025 geschrumpft. Eine mögliche Inversion der Zinskurve war früher oft Vorbote einer US-Rezession, allerdings invertierte die US-Zinskurve in der jüngeren Vergangenheit mehrfach, die US-Wirtschaft wuchs aber weiterhin.

Üblicherweise verlangen Anleger für länger laufende Anleihen wegen der größeren Unsicherheit eine höhere Rendite als für kurzfristige Papiere.in den kommenden Wochen positioniert. Die Federal Reserve hatte ihren Leitzinssatz erst im September angehoben, das erste Mal seit dem Sommer 2023. Der Satz steht nun in einer Spanne zwischen 3,75 bis vier Prozent. Dem voraus gingen anhaltend hohe Inflationsraten von 3,4 Prozent im Juli und August.

Da die Ölpreise seither aber deutlich gestiegen sind, dürfte der Druck zu handeln groß sein. US-Finanzministerhat die Fed inzwischen dazu aufgefordert, beim Inflations- und Zinsausblick „offen“ zu bleiben. Er argumentiert, dass Produktivitätssteigerungen durch Künstliche Intelligenz und Deregulierung dazu beitragen könnten, den Preisauftrieb in den USA zu begrenzen. Die Finanzmärkte rechnen jedoch mit einer weiteren Zinserhöhung durch die Federal Reserve im Oktober.

An den Swap-Märkten wird für das kommende Jahr mit drei weitere Zinserhöhungen und einem möglichen vierten Schritt gerechnet. Wobei es sich hier nur um Wahrscheinlichkeiten handelt, da sich die geopolitische Lage laufend ändern kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt in dieser Woche daher den US-Konjunkturdaten. Am Mittwoch wird der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben publiziert, das von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsmaß.

Am Freitag folgt der US-Arbeitsmarktbericht. Beide Veröffentlichungen könnten darüber entscheiden, ob die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen bestätigt oder zurückgenommen werden. Steigende Zinsen machen nicht nur die Kreditraten für US-Verbraucher teurer, auch erhöht sich die Zinsbelastung erheblich. Im schlechtesten Fall leidet die US-Konjunktur darunter, sie hatte sich in den vergangenen Monaten noch wacker geschlagen.

Die US-GroßbankNicht nur US-Anleihekurse gerieten am Montag unter Druck, auch der Goldpreis. Das zinslose Edelmetall verlor im Tagesverlauf mehr als drei Prozent und fiel unter 4.160 Dollar je Feinunze. Im September steuert Gold auf ein Minus von mehr als sechs Prozent zu.

„Der Druck durch die Zinsen lässt sich zunehmend schwer ignorieren", sagte Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank. Ein derart kräftiger Anstieg der Kosten für das Halten eines unverzinsten Vermögenswerts sei traditionell erheblicher Gegenwind für Gold. Auch andere Metallpreise gerieten zu Wochenbeginn ins Rutschen. Platin und Palladium verbilligen sich um mehr als drei Prozent, Silber gab um rund fünf Prozent nach. (

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