Österreichs größtes Medienhaus beginnt einen Dialogprozess zu Kultur und Sport im Fernsehprogramm.
Demonstrativ einig zeigten sich gestern der ORF-Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer, der designierte ORF-Generaldirektor Clemens Pig, ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll, ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober, der Wiener-Symphoniker-Intendant Jan Nast und Festival-Gründer Simon Ertl vor Medienvertretern: Der ORF sei für ihren jeweiligen Bereich wichtig.
Der öffentlich-rechtliche Sender will in einen „umfassenden Dialogprozess“ mit seinen Partnern aus Kultur und Sport eintreten, um von ihren Schwierigkeiten zu erfahren und die künftige Richtung der Zusammenarbeit auszuloten. Nähere Details nannten sie nicht. Starke Partnerschaften seien wesentlich, um in einer „zersplitterten, polarisierten Welt identitätsstiftend zu sein“, sagte Pig, der „Lagerfeuermomente“ beschwor.
Um relevant zu bleiben, solle der ORF künftig mutiger im Programm werden und junge Künstlerinnen und Künstler in die „Auslage stellen“, so Pig, der sich zu ORF Sport+ bekannte und an der Formel-1-Kooperation mit ServusTV festhalten will. Dank der Kooperation mit dem ORF habe sich die Wahrnehmung der Blasmusik verändert, sagte Ertl. Der ORF trage das Kulturgut ins Land hinaus. Auch für die Wiener Symphoniker ist der ORF ein „treuer Begleiter“, so Intendant Nast.
Die Entwicklung des Frauenfußballs wäre ohne den ORF so nicht möglich gewesen, sagte Pröll. In Summe berichtet der ORF, der 2027 rund 30 Millionen Euro einsparen muss, über 1000 Kultur-Veranstaltungen pro Jahr. In den 19 Prozent des Fernsehprogramms ausmachenden Kulturbereich investiert das Medienhaus jährlich rund 120 Millionen Euro.
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