Nach nur einem Jahr hat Gregor Deix, Direktor der Wirtschaftskammer Wien, die Kammer wieder verlassen. Das sorgt für Spekulationen.
Nach nur einem Jahr hat Gregor Deix, Direktor der Wirtschaftskammer Wien, die Kammer wieder verlassen. Das sorgt für Spekulationen. Gregor Deix, Direktor der Wirtschaftskammer Wien , hat die Kammer nach nur einem Jahr wieder verlassen.
Die Wirtschaftskammer Wien war voll des Lobes, als Gregor Deix vor rund einem Jahr als neuer Direktor der Kammer präsentiert worden war. Der damals 53-Jährige wechselte von der Geschäftsführung der Wirtschaftsagentur Wien in die Top-Position der WKW und sollte an der Spitze der Kammerverwaltung die angekündigten Reformen einleiten und umsetzen.
„Mit Gregor Deix übernimmt eine erfahrene Führungspersönlichkeit die Leitung der Kammerdirektion“, lobte der damalige Kammerpräsident Walter Ruck, der später über sexistische Aussagen und Postenschacher-Vorwürfe stolpern sollte. „Sein tiefes Verständnis für die Anliegen der Wiener Unternehmen, gepaart mit hoher fachlicher Kompetenz und Engagement sind beste Voraussetzungen, um die Weiterentwicklung der Wirtschaftskammer Wien voranzutreiben“, freute sich Ruck damals über den Neuzugang: Mit seinen Stellvertretern werde Deix den eingeleiteten Transformationsprozess der WK Wien zur modernsten Serviceorganisation des Landes vorantreiben.
Rund ein Jahr später ist alles anders. Deix hat die Kammer verlassen, sein Abschied wurde nicht an die große Glocke gehängt, sondern nur knapp intern kommuniziert: Deix habe die Kammer auf eigenen Wunsch verlassen und sei in die Privatwirtschaft gewechselt. Seitdem blühen die Spekulationen – denn Wiener Kammerdirektor ist ein mächtiger Job: Als verlängerter Arm der Führung muss er die Kammer organisatorisch am Laufen halten.
Eine Erzählung lautet, die neue Kammerchefin Margarete Kriz-Zwittkovits habe einen Ruck-Mann abgelöst, um diesen wichtigen Posten mit einer Vertrauensperson zu besetzen – was an und für sich nicht ungewöhnlich wäre. Nach „Presse“-Informationen hat der Wechsel aber wenig mit Ruck zu tun. Es sei nicht als Signal zu sehen, dass die neue Präsidentin mit dem „System Ruck“ aufräumt – zumindest in diesem Fall, ist zu hören.
Vielmehr habe es Auffassungsunterschiede zwischen der neuen Präsidentin und dem alten Kammerdirektor gegeben, ist von mehreren Seiten aus informierten Kreisen zu hören. Die Kammer betont auf Anfrage der „Presse“: Deix habe auf eigenen Wunsch die Kammer verlassen, um in die Privatwirtschaft zu wechseln. Alle anderen Darstellungen werden zurückgewiesen. Deix war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Unabhängig davon hat Kriz-Zwittkovits bei der Neubesetzung des Postens zwei Signale gesetzt. Nach den Sexismus-Vorwürfen gegen Ruck steht mit Karin Jellinek erstmals in der Geschichte der Kammer eine Frau an der Spitze der Geschäftsführung. Das zweite Signal: Nachdem Jellinek eine Stellvertreterin von Deix war und dieser Posten nicht nachbesetzt wird, ist es ein Signal einer Verschlankung der Kammer in Zeiten, in denen alle Wirtschaftskammern einen harten Sparkurs fahren müssen. Denn mit Christoph Biegelmayer gibt es nun nur mehr einen Stellvertreter.
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