Der Medienmanager: Von RTL in die US-Warner-Chefetage

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Der Medienmanager: Von RTL in die US-Warner-Chefetage
Gerhard Zeiler, RTL, Warnermedia

Gerhard Zeiler, der erfolgreichste österreichische Medienmanager, hat in seiner Karriere bei RTL und Warner sowohl Lob als auch Kritik erfahren. Er gilt als Sanierer und Effizienz-Champion, der auch unkonventionelle Wege geht, um Unternehmen voranzubringen.

Er ist der erfolgreichste österreichische Medienmanager. In seiner steilen Karriere musste Gerhard Zeiler mitunter harte Entscheidungen treffen. Während seiner Zeit als RTL -Chef gab es häufig Kritik an ihm, besonders laut von seinem österreichischen Vorgänger Helmut Thoma.

"Es gibt nur einen Mister TV Europa - und das ist Gerhard Zeiler. " Dieses Lob bekam der österreichische Medienmanager im Jahr 2011 vom US-israelischen Medienunternehmer und Milliardär Haim Saban. Zeiler war damals Konzernchef der europäischen RTL Group und erhielt als erster Nicht-US-Amerikaner einen Preis von Natpe, der Vereinigung der US-Fernsehmanager.

Hohes Lob aus der Medienbranche

Auch Mark Kaner, seinerzeit Chef von Twentieth Century Fox Distribution, streute ihm Rosen: "Ich habe noch keinen getroffen, der das Programm mehr liebt als Gerhard Zeiler - und das zeigt sich in seinem gesamten Handeln.

" Im Laufe seiner steilen Karriere wurde er aber auch hart kritisiert. Unter anderem vom ebenfalls in der Fernsehbranche erfolgreichen Österreicher Helmut Thoma, laut dem Zeiler "überhaupt keine Ahnung vom Fernsehen" habe. Begonnen hat Zeilers Medienkarriere 1986 als Generalsekretär beim ORF. 1990 wechselte er als Geschäftsführer des Münchner Privatsenders Tele 5 (später RTL II) in die Privatwirtschaft. Größere Bekanntheit erlangte Zeiler, als er 1994 als Generalintendant in den ORF zurückkehrte.

Dort galt er als "Sanierer" und brachte seine Erfahrung aus dem Privatfernsehen ein, um TV-Sendungen und Radioprogramme wie Ö3 kommerzieller zu machen. Kritiker warfen ihm immer wieder vor, dabei eine "Quotenjagd" zu betreiben. Laut "Standard" sagte er damals, es mache ihm "Spaß, heilige Kühe zu schlachten".

Zeiler übernimmt RTL Television

Seine Arbeit als ORF-Chef war das Sprungbrett für eine steile Karriere. 1998 wurde er in Köln Geschäftsführer der deutschen Anstalt RTL Television und damit Nachfolger des Österreichers Helmut Thoma, der den Sender zu großen Erfolgen führte und als einer der Väter des deutschen Privatfernsehens galt. Kurz nach seinem Antritt straffte Zeiler die Unternehmensführung und verteilte die Aufgaben auf weniger Personen. Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus schrieb 1999 in einem Portrait über ihn: "Aufgeräumt, kühl, nüchtern. Wie der Macher, so sein Büro".

In diesem Jahr hatte er sich zum Ziel gesetzt, 300 Millionen deutsche Mark Gewinn zu machen und die Rendite von zehn auf 15 Prozent zu heben. Doppelgleisigkeiten wolle er "ausmerzen", Mitarbeiter fürchteten sich vor einem massiven Stellenabbau.

"Die fetten Jahre sind vorbei, jetzt geht es um Effizienzfragen", sagte Zeiler zu Focus. Schon damals zeigte er sich ähnlich machtbewusst, wie bei der aktuellen Diskussion um das Amt des Vizekanzlers und den SPÖ-Vorsitz: "Es kann nur einen Chef geben. Auf Experimente wie ein Führungsduo lasse ich mich nicht ein.

" In den ersten Jahren bei RTL erfuhr Zeiler immer wieder Gegenwind, er wurde mehrmals für unzureichende Kommunikation kritisiert. Sein Vorgänger Helmut Thoma bezeichnete ihn als "nicht einmal besseren Abteilungsleiter". Die Quoten waren bei seiner Übernahme schlecht und haben sich nicht sofort wieder erholt.

Erfolge bei RTL und Warner

Aber Zeilers Maßnahmen zeigten bald ihre ersten Ergebnisse: 1999 war mit einem Gewinn (vor Steuer) von 368 Millionen Mark das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr, das der Sender bis dahin je hatte. 2003 stieg Zeiler von der deutschen RTL-Tochter zum Konzernchef der europäischen RTL Group mit Sitz in Luxemburg auf. Abseits einzelner Rückschläge gelangen ihm viele Erfolge. Im Jahr 2010 erreichte der Konzern ein Rekordergebnis von 1,1 Milliarden Euro vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen.

Nach seinem Abgang 2012 erhielt er für seine Leistung den Verdienstorden des Landes vom damaligen Premierminister von Luxemburg, Jean-Claude Juncker. Seit 2012 war Zeiler in verschiedenen Rollen im Warner-Konzern beschäftigt, zunächst beim Tochterunternehmen Turner als President of Turner Broadcasting System (TBS) International. Zur Firma gehören 130 Sender in mehr als 200 Ländern, darunter Cartoon Network und CNN International, der Jahresumsatz lag bei etwa zwei Milliarden US-Dollar.

Kurz nach seinem Start kündigte TBS International an, knapp ein Drittel seiner Mitarbeiter in Europa, Nahost und Afrika abzubauen.

"Diese Überprüfung hat uns dazu gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen. Aber sie sind absolut notwendig, um Turner International bestmöglich für künftiges Wachstum aufzustellen", so Zeiler damals zum britischen "Guardian". 2020 wurde er President International bei WarnerMedia. Er leitet verschiedene Geschäftsbereiche außerhalb der USA und ist laut dem Unternehmen für "strategische Leitung der Marken" verantwortlich. Bei der Fusion von WarnerMedia und Discovery im Jahr 2022 - seitdem heißt der Konzern Warner Bros.

Discovery - musste der Großteil des Führungspersonals seinen Platz räumen. Gerhard Zeiler war jedoch eine der wenigen Personen, die ihren Job behalten konnten.

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