Die Staatsanwaltschaft hat gegen den bekannten österreichischen Kabarettisten Günther Paal alias Gunkl Anklage erhoben. Er soll ein Kind missbraucht und Missbrauchsdarstellungen von Kindern besessen haben.
Sie haben es sicher schon bemerkt. Am 8. September, vor neun Tagen, erschien im FALTER ein ausführliches Interview mit dem Kabarettisten Günther Paal alias Gunkl.
Der Grund? Das neue Programm des Satirikers sollte am 15. September Premiere haben. Wir trafen uns schon im Juni zum Gespräch.
Paal hatte laut seinem Management vor, länger auf Urlaub zu fahren, nach Hannover. Er wollte dort in einer Werkstatt seinem Hobby, dem Messerschmieden, nachgehen. Die Begegnung mit Paal war, wie auch schon bei einem anderen Termin vor ein paar Jahren, freundlich distanziert, distanziert freundlich. Er trank Red Bull und Espresso, das Gespräch verlief ohne jegliche Schnörkel.
Ich stellte eine Frage, Paal antwortete präzise, in seinen typischen verkopften Schachtelsätzen. Der FALTER hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Hinweis darauf, dass es bereits Ermittlungen gegen Paal gab. Die Rückschau macht jedoch sprachlos: Wenige Wochen bevor der Künstler mir im Café Stein etwas von seiner Faszination für Stahl und die Besiedelung des Mars erzählte, hatte er – im Mai – Selbstanzeige erstattet. Paal gestand, ein Kind missbraucht zu haben.
Ermittler fanden außerdem Missbrauchsdarstellungen von Kindern auf seinem Computer. Außerdem soll er von zwei Frauen, Mutter und Großmutter des Kindes, erpresst worden sein. Die beiden sitzen in U-Haft, Paal befindet sich auf freiem Fuß.
Im Wissen um sein eigenes Geständnis und die Ermittlungen, die zwingend daraus folgten, gab er Interviews zum neuen Programm, erzählte etwas über den Menschen an sich und wie gut dieser sein kann oder will, fuhr auf Urlaub – und sagte wenige Stunden, bevor er im Stadtsaal die Bühnen betreten hätte, die Premiere ab. Aus gesundheitlichen Gründen, hieß es. Am selben Abend, es war Dienstag dieser Woche, erschien ein Artikel in der Kronen Zeitung, noch ohne Namensnennung.
Am nächsten Tag war klar: Es handelte sich um Günther Paal. Als der Kabarettist Alfred Dorfer Mittwochfrüh von den Missbrauchsvorwürfen gegen seinen ehemaligen Kollegen hörte, schrieb er diesem eine SMS: Ob das denn alles der Wahrheit entspreche?
„Er hat bald zurückgeschrieben, dass es stimmt. Damit waren die Spekulationen aus dem Weg geräumt. Die Fassungslosigkeit bleibt“, erzählt Dorfer dem FALTER. zu informieren. Dies nehmen wir, gestützt auf unser berechtigtes Interesse Werbung zu betreiben, vor. Sie können der Zusendung jederzeit widersprechen.
Ein Link zur Ausübung des Widerspruchs ist in allen E-Mails, die wir automatisiert versenden, enthalten bzw. kann Wie durch eine Falltür öffnet sich plötzlich der Abgrund eines Menschen, der in der Branche als der freundliche Nerd bekannt und gemocht war. Über 30 Jahre stand Paal auf den Kleinkunstbühnen im deutschsprachigen Raum. Auch das Moralisieren war ihm nicht fremd, etwa, wenn es darum ging, dass der Mensch doch die Verpflichtung haben sollte, sich besser zu verhalten als Tiere.
Er trat mit Alfred Dorfer, aber auch Caro Athanasiadis und Gerhard Walter auf. Von 1993 bis 2014 war er Mitglied von Dorfers Auftrittsband. In der ORF-Show „Donnerstalk“ kam ihm die Rolle des „Experten für eh alles“ zu. Danach, sagt Dorfer, brach der Kontakt zu ihm ab.
„Zwanzig Jahre lang fuhren wir gemeinsam auf Tournee“, erzählt Dorfer. Aber fast nie hätten sich die beiden gefragt, „wie geht es dir wirklich und hast du Sorgen?
“ Man habe über Krankheit und Todesfälle in der Familie gesprochen, „aber wir sind nicht in die seelischen Tiefen und Untiefen des anderen vorgedrungen. “ Wäre das überhaupt gelungen? „Das, was ich jetzt weiß, stand außerhalb meiner Vorstellungskraft. “ Hätte irgendjemand irgendetwas bemerken müssen?
Dorfer versicherte in einem Posting auf Instagram, dass es in der Zeit der Zusammenarbeit mit Paal keine Hinweise auf pädokriminelles Verhalten gab. Und er sagt: Dass es nun vor allem um das Opfer, das Kind gehen sollte. Ein Fokus, der in der Aufregung um den Täter schnell verloren geht. Aber was bedeutet das, das Kind ins Zentrum zu stellen?
„Mir war es wichtig, Stellung zu beziehen“, sagt Dorfer, „auch in der Hoffnung, dass das Thema nicht nach einer Woche wieder vom Tisch ist. “ Er selbst habe vor vielen Jahren für die deutsche Wochenzeitungzum Thema Pädophilie rechechiert - „ein vollkommen falscher Begriff, denn mit ,Liebe zu Kindern’ hat das nichts zu tun. “ Es gebe dazu zu wenig Wissen und Bewusstseinsbildung, sagt Dorfer. Dabei ist Untersuchungen zufolge ein Prozent aller Männer pädophil.
Das bedeutet, dass einer von hundert Männern nahezu ausschließlich sexuelle Neigungen zu Kindern hat. Pädophilie ist nicht heilbar, aber kontrollierbar – etwa durch Verhaltenstherapie. Der Schritt von der Neigung zur Tat, sagt Dorfer, müsse verhindert werden. Das Entsetzen wird sich bald legen.
Doch Kinderschutzorganisationen müssen besser unterstützt werden, die Kinder selbst gestärkt werden, von Geburt an, zu Hause, in den Kindergärten, in den Schulen: Niemand hat das Recht, ihnen Gewalt anzutun. Durch die Arbeit mit potentiellen Tätern könnten Verbrechen verhindert werden, ist sich Dorfer sicher.
„Die Empörung nützt dann nichts mehr. Es geht um konkrete Maßnahmen und Finanzierung. Das schützt die Kinder davor, zu Opfern zu werden.
“erzählt eine bewegende Geschichte von Mut und Zusammenhalt - und wie eine Gruppe Außenseiter bei den Olympischen Spielen 1960 für eine sportliche Sensation sorgte. Im Zentrum steht der visionäre Rudertrainer Karl Adam, gespielt von Oliver Masucci, dem es gelingt, eine Ruder-Mannschaft zu formen, die Geschichte schreibt. Ein mitreißendes Underdog Drama, das auf wahren Begebenheiten beruht.. Wir haben ihn unter anderem gefragt: Was ging ihm durch den Kopf, als er von den Vorwürfen gegen seinen ehemaligen Kollegen erfahren hat?
Was braucht es für wirksamen Opferschutz? Und: Hat die Branche ein Problem?soll unter anderem zehntausende Bilder missbrauchter Kinder gehortet und mit Gewaltfantasien versehen haben. Damals geriet auch der Film "Corsage" ins Kreuzfeuer, in dem Teichtmeister mitspielte. Der Film "Gentle Monster" ist teils von den damaligen Ereignissen inspiriert.
Kreutzers Film lief bei den Filmfestspielen in Cannes und läuft jetzt in den Kinos. Eine Rezension lesen Sie
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