Der Bodensee verändert sich

Umwelt Nachrichten

Der Bodensee verändert sich
Bodensee, Wasserstand, Temperatur

Forscher beobachten auffällige Entwicklungen bei Wasserstand, Temperatur und der Quagga-Muschel im Bodensee, die möglicherweise schwerwiegende Folgen für den See haben könnten.

Der Bodensee verändert sich. Forschende beobachten auffällige Entwicklungen bei Wasserstand, Temperatur und der Quagga-Muschel. Neue Untersuchungen zeigen, welche Folgen das für den See haben könnte.

Die Entwicklung des Wasserstands bereitet den Forschenden zunehmend Sorgen. Nach Angaben des Instituts für Seenforschung in Langenargen wechseln sich Hoch- und Niedrigwasser inzwischen deutlich häufiger ab als früher. Die Pegelmessungen reichen bis ins Jahr 1850 zurück. Nach einem Hochwasser im Jahr 2024 folgte bereits 2025 ein Niedrigwasser im Frühsommer.

Auch aktuell liegt der Pegel deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Einen noch niedrigeren Wert gab es seit Beginn der Aufzeichnungen lediglich im Jahr 1946.

“Der Wasserstand macht nicht mehr das, was man von ihm am Bodensee erwartet. Vielmehr haben wir Hochwasser, Niedrigwasser, Niedrigwasser. Diese extremen Ereignisse nehmen zu”, sagte Institutsleiter Harald Hetzenauer bei einem Vortrag des Fördervereins Seenforschung Bodensee. Wärmeres Wasser verändert den See Nicht nur der Wasserstand verändert sich.

Auch die Temperatur des Bodensees steigt seit Jahren an. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre erhöhte sich die Oberflächentemperatur im Vergleich zu den drei Jahrzehnten davor um 1,4 Grad. Die Erwärmung reicht mittlerweile bis in die tiefsten Bereiche des Obersees. Diese Entwicklung beeinflusst die winterliche Durchmischung des Sees.

Früher wurde das Wasser regelmäßig vollständig umgewälzt, heute geschieht das nur noch selten. Lediglich 2018 stellte in den vergangenen 15 Jahren eine Ausnahme dar. Auch 2025 blieb die Durchmischung unvollständig. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in die tieferen Wasserschichten.

Das kann unter anderem Auswirkungen auf Fischarten wie die Felchen haben, deren Eier in diesen Bereichen liegen. Nährstoffarme Verhältnisse wirken entgegen Trotz der ausbleibenden vollständigen Durchmischung sind die Sauerstoffwerte am Seegrund derzeit weiterhin gut. Laut Hetzenauer liegt das an den niedrigen Phosphorkonzentrationen im Bodensee. In den 1970er-Jahren hätten bereits wenige Jahre mit schwacher Durchmischung ausgereicht, um den Sauerstoffgehalt deutlich sinken zu lassen.

Heute begrenzen die nährstoffarmen Bedingungen diese Auswirkungen. Veränderungen bei Pflanzen und Kleinstlebewesen Auch bei Plankton und Wasserpflanzen registrieren die Forschenden Veränderungen. Der ökologische Zustand des Phytoplanktons wird weiterhin als sehr gut eingestuft, obwohl sich einzelne Arten stärker ausbreiten.wieder erholt. Warum das so ist, wird derzeit untersucht.

Vermutet wird ein Zusammenhang mit dem Rückgang der Stichlinge. Passend zum ThemaQuagga-Muschel wächst langsamer als erwartet Besonders aufmerksam beobachten Forschende weiterhin die Quagga-Muschel. Nach Erfahrungen aus den nordamerikanischen Great Lakes war zunächst von einer sehr starken Ausbreitung ausgegangen worden. Die aus dem Schwarzmeerraum eingewanderte Quaggamuschel breitet sich in österreichischen Gewässern zunehmend aus.

Die Messungen zeigen jedoch ein differenzierteres Bild. Zwar nahm der Bestand zwischen 2016 und 2021 deutlich zu, seit Beginn des wissenschaftlichen Monitorings wird jedoch keine weitere starke Zunahme festgestellt. In größeren Tiefen wächst die Population weiter, allerdings langsamer als erwartet. Welche langfristigen Auswirkungen die invasive Muschel auf das Ökosystem haben wird, soll unter anderem das Forschungsprojekt “Seewandel-Klima” untersuchen.

Reinigung soll weitere invasive Arten verhindern Um die Einschleppung weiterer Neozoen zu verhindern, werben die Forschenden für eine konsequente Reinigung von Booten und Wassersportausrüstung. Geplant ist außerdem eine Melde- und Reinigungspflicht für Boote, die von außerhalb an den Bodensee gebracht oder von dort wieder entfernt werden. Auch die Nutzung von Bodenseewasser zum Heizen und Kühlen wird nach Einschätzung der Forschenden weiter zunehmen. Künftig soll sie jedoch strengeren Vorgaben unterliegen.

Ziel ist es, zusätzliche Wärmeeinträge in den See möglichst gering zu halten.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

Vorarlberg /  🏆 13. in AT

Bodensee Wasserstand Temperatur Quagga-Muschel Umwelt

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Der Berg, der Laura Dahlmeier das Leben kostete: Filmteam kehrt zum Laila Peak zurückDer Berg, der Laura Dahlmeier das Leben kostete: Filmteam kehrt zum Laila Peak zurückFast ein Jahr nach Laura Dahlmeiers tödlichem Unfall zeigt ServusTV eine bewegende „Bergwelten“-Dokumentation über ihr Leben und den Laila Peak.
Weiterlesen »

Van der Bellen betont tägliche Übung der Demokratie bei Bregenzer Festspiel-EröffnungVan der Bellen betont tägliche Übung der Demokratie bei Bregenzer Festspiel-EröffnungBundespräsident Alexander Van der Bellen mahnt in seiner Eröffnungsrede der 80. Bregenzer Festspiele zur gemeinsamen Verteidigung der freiheitlichen Demokratie. Er lobt das menschliche Potenzial und erinnert daran, dass Freiheit und Frieden nicht selbstverständlich sind, sondern täglich neu erkämpft werden müssen.
Weiterlesen »

Populär wie nie: Zum Start der Bregenzer FestspielePopulär wie nie: Zum Start der Bregenzer FestspieleVerdis „Traviata“ für den Bodensee: Die Bregenzer Festspiele landen im Jubiläumsjahr 2026 einen weiteren Kassenhit.
Weiterlesen »

DramaDrama Ein Film über die angespannten Stunden vor der Landung der Alliierten in der Normandie.
Weiterlesen »