Malaysia schiebt Flüchtlinge nach Burma (Myanmar) ab, darunter auch muslimische Rohingya. Dort droht ihnen Verfolgung und ein grausamer Krieg. In ihrer Heimatregion müssen sie ihre eigenen...
Malaysia schiebt Flüchtlinge nach Burma ab, darunter auch muslimische Rohingya. Dort droht ihnen Verfolgung und ein grausamer Krieg. In ihrer Heimatregion müssen sie ihre eigenen Gefängnislager bauen.
Doch die Regierung in Kuala Lumpur will jetzt „Glaubensbrüder“ loswerden, die sie einst mit offenen Armen empfing. Die großen Reisebusse trafen in der Früh ein, parkten vor dem Militärstadion nahe dem Marinestützpunkt Lumut im Nordwesten Malaysias. Dort hatten Sicherheitsbeamte in den vergangenen Tagen rund 1500 Menschen zusammengepfercht, viele Kinder waren darunter. Diese Flüchtlinge stammen aus Burma , sind vor Verfolgung und dem brutalen Krieg der Armee gegen das eigene Volk geflohen, der dort seit 2021 tobt.
Viele sind Mitglieder der Volksgruppe der Rohingya, Muslime. In Burma haben sie keinerlei Rechte, sind de facto vogelfrei, Freiwild für die Armee. Nun sollen sie alle zurück in ihre Heimat. Auf Militärschiffen des Regimes, vor dem sie geflohen sind.statt, deren Helfern die Regierung untersagte, Flüchtlinge zu assistieren.
Die Flüchtlinge gingen freiwillig zurück, hieß es lediglich aus Kuala Lumpur.warnt: Die Lage in Burma sei alles andere als sicher. Seit dem Militärputsch 2021 und der brutalen Niederdrückung der Demokratiebewegung versuchen Gegner der Junta, die verhassten Generäle mit Waffengewalt zu vertreiben. In vielen Gegenden kämpfen Demokratieaktivisten, Studenten, Milizen ethnischer Minderheiten und andere Guerilleros gemeinsam.
Trotz teurer Waffen, die die Generäle vor allem von Russland und China aber auch von Indien bekommen, gelingt es der Tatmadaw nicht, die „Rebellen“ unter ihre Kontrolle zu bringen. Daher nehmen die Generäle Zivilisten ins Visier: Nahezu täglich bombardiert das Militär Dörfer aus der Luft oder lässt diese von Soldaten niederbrennen – allein der Verdacht, dass sich dort Rebellen verstecken könnten, genügt. Frauen, Kinder, Greise werden gefoltert, vergewaltigt, ermordet.
Millionen Vertriebene irren deshalb derzeit durch das Land, viele verstecken sich im Dschungel. Zigtausende Studenten, Journalisten, Oppositionelle sind seit Jahren verschwunden, manche werden in den berüchtigten Foltergefängnissen festgehalten. Im Hausarrest befindet sich trotz hohen Alters und Krankheit nach wie vor auch FriedensnobelpreisträgerinDieser Krieg, der bereits weit mehr als Hunderttausende Tote gefordert hat, findet international kaum Beachtung, obwohl ein grausamer Höhepunkt dem nächsten folgt. Allein zwischen März und August flog das Militär 1583 Luftangriffe gegen die Bevölkerung.
Erst zu Wochenbeginn beschoss die Armee aus der Luft einen Markt in der Stadt Kyauktaw, nahe der Grenze zu Bangladesch und tötete dabei mindestens 50 Menschen. Kyauktaw liegt im Bundesstaat Rakhine, Heimat der muslimischen Rohingya. Sie sind zum Teil Nachfahren arabischer und persischer Händler, die sich im 8. Jahrhundert dort ansiedelten und zum Reichtum blühender Königreiche beitrugen.
Unter den Briten hatten die Rohingya eine privilegierte Stellung, im streng buddhistischen Myanmar werden sie aber seit der Unabhängigkeit 1948 brutal verfolgt. Rohingya haben keine Staatsbürgerschaft, keinen Zugang zu Gesundheits- und Schulsystemen, werden von keinem Gesetz geschützt. Besonders grausam agierten die Soldaten 2017, unter der damaligen demokratischen Regierung. Bei einer Militäroffensive wurden Tausende Muslime niedergemetzelt, Hunderttausende in die Flucht getrieben.
Die UNO stuft diese brutale Verfolgung inzwischen als Genozid ein. Fast eine Million Rohingya wanderte damals aus, die meisten ins benachbarte Bangladesch, aber viele eben auch in das ebenfalls muslimische Malaysia. Damals wurden die „Glaubensbrüder“ von der Regierung in Kuala Lumpur noch mit offenen Armen empfangen. Doch in den vergangenen Monaten, auch wegen aggressiver Kampagnen auf Social-Media und Wirtschaftsmisere, ist die Stimmung gekippt.
Das setzt die autoritäre Regierung unter Anwar Ibrahim unter Druck. Da kam ihm das Angebot von Burmas Diktator Min Aung Hlaing entgegen, der sich derzeit besonders intensiv um internationale Kontakte bemüht. Min will Ibrahim besuchen – und ist dafür bereit, die unbeliebten Flüchtlinge zurückzunehmen. Seit Wahlen, die die Armee inszenierte, lässt er sich „Präsident“ nennen.
Wohin die Junta die Rohingya bringen will, bleibt offen. Über Rakhine-State hat sie keine Kontrolle mehr: Die Rebellen der buddhistischen Arakan Army haben die Tatmadaw inzwischen aus den meisten Gebieten des Bundesstaates vertrieben. Das Militärregime antwortet auf die erfolgreiche Offensive wie gewohnt: mit Luftangriffen auf zivile Ziele, zuletzt eben den Markt. Für die dort noch ansässigen Rohingya hat sich die Lage nicht verbessert, im Gegenteil.
Auch die Oppositionellen behandeln die Muslime mit extremer Grausamkeit, obwohl sie nach außen hin gerne von „Inklusivität“ sprechen. Laut UNO hat die Arakan Army Rohingya-Land beschlagnahmt, zahlreiche Muslime ermordet und gefoltert, deren Besitz geplündert.berichtet von Bewegungsverboten. Dörfer seien zu Gefängnissen geworden, die Menschen der Willkür ihrer neuen Herrscher ausgesetzt. Zwangsarbeit sei weitverbreitet, ebenso wie Zwangsrekrutierungen.
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Schnelle Rettung eines Fahrers in Werne aufgrund VerkehrsinfractionFreie Feuerwehr Werne reagierte kurzfristig auf einen hohlen Pkw-Unfall, setzte hydraulische Rettungswerkzeuge ein und sicherte die tragende Spur. Die Rettungsarbeit wird als Vorlage für weitere Einsätze genutzt
Weiterlesen »
Bei niedrigem Wasserstand werden Überreste eines verschollenen Friedhofs entdecktEine Wanderin hat bei ungewöhnlich niedrigem Wasserstand die Grabsteine eines ehemaligen deutschsprachigen Dorfes in OÖ entdeckt, das nach dem Zweiten Weltkrieg geflutet wurde.
Weiterlesen »
Wem Baumschlager beim WM-Finale die Daumen drücktSpannender könnte das wegen des Krieges im Nahen Osten vorgezogene Rallye-WM-Finale ab Donnerstag auf Sardinien nicht sein: Denn gleich drei ...
Weiterlesen »
Nachtaktiver Hahn macht Frau das Leben zur HölleEin Nachbarschaftsstreit in St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln (NÖ) muss nun vor Gericht geschlichtet werden. Die Klägerin drückt seit über einem Jahr ...
Weiterlesen »
