David Affengruber: Über Umwege ins Rampenlicht des Fußballs

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Er hätte mit Sturm Graz Champions League spielen können, wechselte aber 2024 zu Elche in die zweite spanische Liga. Jetzt ist Innenverteidiger David Affengruber, 25, WM-Spieler, Fulham-Legionär...

Er hätte mit Sturm Graz Champions League spielen können, wechselte aber 2024 zu Elche in die zweite spanische Liga. Jetzt ist Innenverteidiger David Affengruber, 25, WM-Spieler, Fulham-Legionär und ÖFB-Torschütze.

Als David Affengruber Doublesieger Sturm Graz verließ und auf das Erlebnis der Champions League dankend verzichtete, wird sich vermutlich manch Fußballfan in Österreich auf die Stirn gegriffen haben. Der Innenverteidiger aus Scheibbs suchte 2024 eine ganz andere Herausforderung, auch hatte es durchaus mehr als nur den Anschein gehabt, als wären alle Tücher zerschnitten gewesen in Graz nach gar zähen Verhandlungen. Sie waren gescheitert, der Spieler ablösefrei zu haben.

Als publik wurde, dass Affengruber zum damaligen spanischen Zweitligisten FC Elche wechseln würde, war die allgemeine Verwunderung perfekt. Doch der Fußballer sollte alle Besserwisser und Kritiker verstummen lassen. Mit Elche, einem Provinzklub, der zwanzig Kilometer von Alicante entfernt sein Auslangen suchte, begann eine schier zauberhafte Verwandlung. Der Verein marschierte prompt in die Primera División durch, der Abwehrspieler wurde bekannt für Kompromisslosigkeit und souveränes Stellungsspiel.

Im spanischen Oberhaus ärgerte man die Großen, der kleine Verein schaffte den Klassenerhalt im großen Fußball-Business mit Real Madrid oder dem FC Barcelona. Mittendrin der Österreicher und als schließlich der FC Fulham am „Deadline Day“ vorstellig wurde mit einer Ablösesumme von zwölf Millionen Euro, hatte er sich in Elche endgültig unvergessen gemacht.

Manch Funktionär in Elche oder gar kritischer Fan in der Heimat musste sich ein weiteres Mal, nun etwas fester auf die Stirn klatschen. Jetzt ist „Affi“, der das Fußballspiel beim FC Wieselburg gelernt, in der Red Bull Schule zu Liefering geschult und sein Geschick bei den Bullen 2021 für nur fünf Partien bewiesen hat, ein Protagonist in der besten Liga der Welt.

Liefering, Graz, Elche – jetzt spielt er bei einem Londoner Kultklub, ist im Craven Cottage im Westen der Stadt die Autorität im Strafraum und auch unter Ralf Rangnick ein fixer Bestandteil des ÖFB-Teams geworden. Die Engländer nahmen den 1,91 Meter großen Spieler bis 2030 unter Vertrag. Partien gegen Liverpool oder Manchester United zu bestreiten und durchzuspielen, müssen für einen Fußballer die Offenbarung sein. Wegen Stadien, Athmosphären, Stars, Wirbel und dem Begreifen, dass man selbst Teil dieser Topliga geworden ist.

Nun ist Affengruber auch „Man of the Match“ im ÖFB-Team geworden, als Torschütze, weil er einen Kopfball platziert hat. Er sagt: „Die vergangenen drei Wochen waren sehr aufregend.

“Dass Rangnick von seinen Leistungen angetan ist, muss Affengruber zusätzliche Motivation bescheren. Er lieferte die Bestätigung und man kann darob davon ausgehen, dass er auch am Donnerstag in Dublin gegen Irland anfangen wird. Die Nations League könnte ihm als Sprungbrett zur dauerhaften Positionierung dienen, es fehlen nur weitere konsequente Auftritte.

Wer sich an seine Anfänge in Graz erinnert und das Vertrauen, das ihm Trainer Christian llzer auf Anhieb beim Start in eine komplett neue Mannschaft geschenkt hat, kann keinerlei Zweifel haben – auch neben Spielen für Elche oder Fulham – dass der Verteidiger seinen Weg, der über Umwege ins Rampenlicht geführt hat, fortsetzen wird. Einen „WM-Kicker aus Wieselburg“, er war für das Event in den USA, Mexiko und Kanada von Rangnick nominiert worden, jedoch ohne Einsatz geblieben, drängt so schnell nichts aus der Spur.

Affengruber mutet robuster an, hat Stärken im Zweikampf sowie im Positionsspiel. Er ist ballsicher und würde man sein Tempo in Rangnicks populärem Umschaltspiel samt Pressing mehr forcieren, könnte er sogar eine interessante Option für das Angriffsspiel sein. Ein Innenverteidiger, der offensiver wird ist keinesfalls eine Illusion. Wer seinen Weg über die zweite spanische Liga zur WM und nach Fulham findet, dem ist alles zuzutrauen.

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