Das ist 'The COM': So zielen brutale Online-Gruppen auf Kinder ab

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Das ist 'The COM': So zielen brutale Online-Gruppen auf Kinder ab
The COM, Online-Erpressung, Kinderschutz

Ein gefährliches Online-Netzwerk nutzt soziale Medien und Gaming-Plattformen, um das Vertrauen von Kindern zu gewinnen. Nach anfänglicher emotionaler Unterstützung werden die Opfer mittels Drohungen und Erpressung zu schädlichen oder illegalen Handlungen gezwungen. Experten raten zu verstärkter Medienkompetenz und schnellem Eingreifen bei Verdacht.

Ein gefährliches Netzwerk nimmt gezielt Kinder ins Visier. Täter erschleichen sich online ihr Vertrauen - es folgen Drohungen und brutale Forderungen.

'The COM' steht für 'The Community': Dabei handelt es sich laut Bundeskriminalamt um ein internationales, gewaltbereites Online-Netzwerk mit mehreren Gruppierungen. Dazu zählen unter anderem '764', 'CVLT', 'Harm Nation' und 'Brotherhood of Blood'. Die Täter sind großteils selbst Minderjährige oder junge Erwachsene. Ihre Opfer suchen sie gezielt in sozialen Netzwerken, Online-Selbsthilfegruppen, Foren und auf Gaming-Plattformen.

Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche zwischen etwa acht und 17 Jahren. Die Täter beobachten deren Interessen, Äußerungen und persönliche Belastungen - oft über mehrere Plattformen hinweg. Danach beginnt das sogenannte Love Bombing: Die Kinder werden mit Aufmerksamkeit und emotionaler Bestätigung überschüttet. Gleichzeitig sammeln die Täter Telefonnummern, Klarnamen, Wohnorte und Informationen über Angehörige.

Schließlich wird der Kontakt in private oder verschlüsselte Chats verlagert.

'Die Täter geben jungen Menschen zunächst das Gefühl, verstanden und angenommen zu werden. Dieses Vertrauen wird anschließend missbraucht, um sie zu verstörenden oder sogar lebensgefährlichen Handlungen zu zwingen', warnt Kinder- und Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ). Mit Drohungen und Erpressung sollen die Opfer dazu gebracht werden, intime Inhalte anzufertigen, sich selbst zu verletzen oder Gewalt gegen andere Menschen beziehungsweise Tiere auszuüben. Eltern sollten Warnsignale wie plötzlichen Rückzug, auffällige Geheimhaltung oder neue, unbekannte Online-Kontakte ernst nehmen.

'Verbote allein schützen Kinder nicht. Sie müssen manipulative Kontakte erkennen und wissen, wie sie reagieren können', betont Christa Pacher-Gratzer, Leiterin der Gruppe Jugend beim Land OÖ. Die Expertin richtet auch eine wichtige Botschaft an Betroffene: 'Unsere Workshops stärken ihre Medienkompetenz und vermitteln ihnen, dass sie sich jederzeit Hilfe holen können und keine Schuld tragen.

' Ist bereits etwas passiert, rät das Bundeskriminalamt, Ruhe zu bewahren, Beweise zu sichern, die Täter zu blockieren und sofort Anzeige bei der Polizei zu erstatten

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