Konrad Laimer ist bei Bayern München als Außenverteidiger gesetzt, im Nationalteam bekleidet er unter Ralf Rangnick jedoch verschiedene Positionen. Wurde aus der ewigen David-Alaba-Diskussion...
Konrad Laimer ist bei Bayern München als Außenverteidiger gesetzt, im Nationalteam bekleidet er unter Ralf Rangnick jedoch verschiedene Positionen. Wurde aus der ewigen David-Alaba-Diskussion nichts gelernt?
Konrad Laimer bei einem Training im Zweikampf mit Philipp Lienhart. Erstmals seit der WM wird Laimer wieder für Österreich auflaufen. München, beim deutschen Spitzenklub in der Außenverteidigung gesetzt, taucht im ÖFB-Team auf allerlei Positionen auf, was stets zur Frage führt: Sind seine Qualitäten dort optimal eingesetzt? Was früher David Alaba war, ist aktuellwieder bereit.
In den Nations-League-Auswärtsspielen in Irland und Kosovo wird der Teamchef zeigen, welchen Platz er für Laimer in seiner Neuaufstellung nach der WM vorsieht. Beim Turnier im vergangenen Sommer hatte Rangnick Laimer beim Auftaktspiel gegen Jordanien im offensiven Mittelfeld aufgestellt, und damit gruselige Erinnerungen an Alaba als Zehner unterrechts im Mittelfeld agieren, gegen Argentinien und im Achtelfinale gegen Spanien kam er wie bei den Bayern angestammt als Außenverteidiger zum Einsatz, obgleich als Rechtsfuß auf der linken Seite.
Seine undankbaren Aufgaben hießenLaimer, das hat er bei Salzburg, Leipzig und jetzt Bayern bewiesen, zeichnet – sofern voll fit – schier unendliches Laufpensum und dynamische Zweikampfführung aus, er ist der Prototyp des Spielers, den sich Trainer wie Rangnick für ein kompaktes Pressingsystem wünschen. Sein Spiel lebt weniger von Toren oder Dribblings, sondern dem Näschen für den richtigen Moment des Attackierens und seinen Balleroberungen.
Im Mittelfeldzentrum aufgewachsen, stellte ihn Ralph Hasenhüttl bei Leipzig in der Saison 2017/18 erstmals als Rechtsverteidiger auf und diese Rolle nimmt er inzwischen vorrangig bei Bayern ein. Ein Trainer muss sein System freilich nach der stärkstmöglichen Mannschaft ausrichten, und hier tritt beim ÖFB-Team ein seit Alaba-Zeiten eklatantes Problem zutage: Es gibt zu wenige Flügelspieler.
Im aktuellen Kader fanden sich neben Laimer mit Philipp Mwene und Nikolas Veratschnig zwei nominelle Außenverteidiger, dazu Aushilfskräfte wie Stefan Posch, Marco Friedl oder Maximilian Wöber, die vom angestammten Zentrum auch auf die Seite ausweichen können. Eine Reihe weiter vorne ist die Personaldecke mit Marco Grüll, Patrick Wimmer und Alexander Prass ebenso dünn.
Im Lichte der vielen unermüdlichen Balleroberer im Zentrum, Austria-Youngster Vasilije Markovic ist der nächste vielversprechende Kandidat, ist der Versuch nachvollziehbar, diese Problemzone mit dem nimmermüden Allrounder Laimer beheben zu wollen. Für die Zehnerposition und Offensivläufe auf dem Flügel fehlen ihm allerdings Kreativität und Drang zu Eins-gegen-Eins-Duellen. Zugegeben, bei Bayern wird er als Rechtsverteidiger auch von einem Michael Olise ergänzt.
Einen solchen Freigeist hat Österreich nicht vorzuweisen, dennoch sollte Laimer auch im Nationalteam Gegenstößen und Angriffen zuarbeiten und sie nicht selbst ausführen müssen. Laimer selbst hatte in früheren Jahren das Mittelfeld durchaus als Lieblingsposition angegeben, inzwischen zeigt er sich zur Diskussion um seine Aufstellung völlig flexibel. Er habe sinngemäß schon alle Positionen gespielt und werde dort sein Bestes geben, wo ihn der Trainer aufstelle.
„Es ist wichtig, dass das Leistungsprinzip da ist, dass jeder vorangeht, jeder Verantwortung übernimmt und dass wir gemeinsam als Mannschaft Gas geben. Man hat gesehen, dass es dann egal ist, wer auf dem Platz steht, wenn alle die gleiche Idee spielen“, betonte der 29-Jährige bei diesem Lehrgang.
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