Comeback der Shopping-Malls? Österreichs Einkaufszentren auf den...

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Comeback der Shopping-Malls? Österreichs Einkaufszentren auf den...
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Shopping-Malls galten in den USA lange als Auslaufmodell. Nun ziehen die Besucherzahlen wieder an. Auch Österreichs Einkaufszentren erfinden sich neu. Und die Öffnung am Sonntag ist einmal mehr Thema.

Shopping-Malls galten in den USA lange als Auslaufmodell. Nun ziehen die Besucherzahlen wieder an. Auch Österreichs Einkaufszentren erfinden sich neu. Und die Öffnung am Sonntag ist einmal mehr Thema.

Im Mutterland der Malls, den USA, geben die dort bereits totgesagten Einkaufszentren wieder Lebenszeichen von sich. Nach Jahren des Leerstands und teils gespenstischen Stimmungen in den einstigen Einkaufstempeln scheinen sich die jüngsten Wiederbelebungsversuche auszuzahlen. Der Mall-Index von Placer, einer Plattform für Standortdaten und Besucherfrequenzen, zeigte zuletzt nach oben. Demnach verzeichneten überdachte Einkaufszentren im August ein Besucherplus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Open-Air-Einkaufszentren legten sogar um 6,6 Prozent gegenüber 2025 zu.

Placer hat hierbei die Daten von einhundert führenden überdachten und einhundert führenden Open-Air-Einkaufszentren in den USA ausgewertet. Der Aufschwung sei laut der Analyse von Placer zum Teil saisonalen Effekten geschuldet, wie einer leichten Verschiebung des sogenannten „Back to School“-Geschäfts. Aber nicht nur, denn Freiluft-Malls konnten heuer in jedem Monat ein positives Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg in beiden Formaten gegenüber dem Vorjahr.

Diese Entwicklung erklären sich die Analysten mit den Veränderungen der Malls zu stärker erlebnisorientierten Lifestyle-Centern. Früher waren Einkaufszentren Orte, an denen sich das Gastro-Angebot auf einen „Food Court“ beschränkte – also einen zentralen, mäßig ansprechenden Essbereich inmitten zahlreicher Fastfood-Anbieter. Mittlerweile entwickeln sich US-Malls durch neue Restaurants und Coffeeshops wieder zu attraktiveren Orten.

Außerdem machen viele US-Gewerbemakler die Abwendung jüngerer Käufer vom Online-Handel für die Renaissance der Shopping-Malls verantwortlich. Das hat laut dem Marktforscher Green Street dazu geführt, dass die Immobilienwerte der Einkaufszentren im Vorjahr um 13 Prozent gestiegen sind. Vom Mutterland der Malls führt historisch gesehen auch ein Weg nach Österreich. Anfang der 1970er-Jahre hatte der Wiener Textilfabrikant Hans Dujsik die Idee, am Stadtrand von Wien eine Einkaufsstadt nach US-amerikanischem Vorbild zu errichten.

Am 22. September 1976, also vor 50 Jahren, wurde Österreichs größtes Einkaufszentrum eröffnet: die Shopping City Süd in Vösendorf. Mit ihr als Flaggschiff veränderte der Vormarsch der Einkaufs- und Fachmarktzentren den heimischen Handel in den letzten fünf Jahrzehnten massiv. Mit rund 330 Geschäften auf über 200.000 Quadratmetern, 60 Gastro-Betrieben und 10.000 Parkplätzen zählt die Westfield Shopping City Süd heute zu den größten Einkaufszentren in Europa.

Trotz schwachem Wirtschaftswachstum in Österreich habe man 2025 einen neuen Rekord bei Umsatz und Besuchern verzeichnet, sagte der Zentraleuropa-Chef von Unibail-Rodamco-Westfield, Paul Douay, jüngst im Gespräch mit der APA. Erweiterungspläne gibt es aber nicht.

„Wir haben genügend Fläche in Vösendorf. “ Die starke Konkurrenz durch den Online-Handel spüren vor allem die stationären Mode- und Schuhhändler. 30 Prozent der SCS-Verkaufsfläche entfallen noch auf den Modebereich. Seit Jahren sei dieser Anteil rückläufig, erzählt der Manager. Gastronomie und Freizeitangebote machen bereits mehr als 20 Prozent der Fläche aus.

Im Bereich Gastro, Freizeit und Gesundheit/Body soll das Angebot noch ausgebaut werden. Virgin Active plant, ein Fitnessstudio in der SCS zu eröffnen, Fitinn ist bereits vor Ort. Douay drängt auf eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten hierzulande. In Bratislava seien etwa Einkaufszentren am Sonntag geöffnet und gut besucht.

Für Österreich wünscht er sich pro Jahr sechs bis zehn Öffnungstage am Sonntag. WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik kann sich österreichweit eine Sonntagsöffnung bis zu zehnmal im Jahr „vorstellen“. Viele Händler würden sich davon einen Umsatzschub erhoffen. Die Verkaufsflächen stiegen von 2015 bis 2025 in Shopping-Centern um zwei Prozent, in Fachmarktzentren um 0,8 Prozent, gingen jedoch in den Innenstädten um 13 Prozent zurück.

Frei gewordene Flächen in den Städten seien teils von Betrieben im Bereich Gastronomie, Gesundheit, Dienstleistungen und Freizeit übernommen worden, sagt Standort + Markt-Geschäftsführer Hannes Lindner. Innenstädte würden „nicht krachen“, sondern „multifunktionaler“, der Einzelhandel bleibe aber „Frequenzanker“ in den Städten.

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