Brisant: Harder Koalitionspartner wirft Bürgermeister 'Schönfärberei' bei Schulden vor

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Brisant: Harder Koalitionspartner wirft Bürgermeister 'Schönfärberei' bei Schulden vor
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Nach Kritik der Fraktion Zukunft Hard an Bürgermeister Martin Staudinger stellt die Gemeinde klar: Die veröffentlichten Zahlen zur Verschuldung stammen von der Finanzabteilung und wurden im Rechnungsabschluss 2025 veröffentlicht.

Die Fraktion Zukunft Hard stellt die Aussagen von Bürgermeister Martin Staudinger zur Entwicklung der Gemeindefinanzen infrage. Anlass ist eine Presseaussendung der Marktgemeinde, in der Hard einen deutlich geringeren Anstieg der Pro-Kopf- Verschuldung als der Vorarlberg er Durchschnitt hervorhob.

Nach Ansicht der größten Fraktion im Harder Gemeinderat zeichnet diese Darstellung jedoch kein vollständiges Bild der finanziellen Situation. Vizebürgermeister René Bickel kritisiert insbesondere, dass laut der Aussendung des Bürgermeisters lediglich der Finanzschuldenstand der Marktgemeinde berücksichtigt werde. Die Schulden ausgelagerter Unternehmen seien dabei nicht einbezogen worden. Vizebürgermeister René Bickel kritisiert die Darstellung der Finanzlage durch Bürgermeister Martin Staudinger.

„Staudinger verzichtet bewusst darauf, die Verschuldung der ausgelagerten Unternehmen zu erwähnen, die für Hard damit einen Schuldenstand von 50,67 Millionen Euro ergeben. Auch die von Bürgermeister Staudinger angegebene Pro-Kopf-Verschuldung von 2400 Euro stimmt so nicht, tatsächlich liegt sie bei 3715 Euro und damit nicht weit entfernt vom Wert anderer Gemeinden. Diese Werte sind im Übrigen auch so im Rechnungsabschluss 2025, den der Herr Bürgermeister kennen sollte“, wird Bickel in der Aussendung zitiert.

Die von Zukunft Hard genannten Zahlen beziehen sich laut der Presseaussendung auf den Rechnungsabschluss 2025. Die Aussage, Hard trotze dem Landestrend, weist Zukunft Hard entschieden zurück.

„Nun so zu tun, als trotze man dem Landestrend, ist reine Schönfärberei. Staudinger betreibe nichts anderes als Kindesweglegung, wenn er einmal mehr die ausgelagerten Betriebe der Marktgemeinde Hard nicht in die Finanzberechnungen miteinbezieht“, heißt es in der Aussendung. Auch Prüfungsausschuss-Obmann Marius Amann erhebt Vorwürfe gegen den Bürgermeister: „Bewusst werden trotz mehrfacher Zusicherung einer transparenten und vollständigen Kommunikation nur Teilbereiche öffentlich mitgeteilt. Das ist eine völlig unseriöse Vorgehensweise und stellt die Harder Finanzsituation besser dar, als sie tatsächlich ist.

“In der Presseaussendung der Marktgemeinde hatte Bürgermeister Martin Staudinger betont, dass Hard Kredite ausschließlich für langfristige Investitionen wie Kinderbetreuung sowie den Ausbau von Glasfaser-, Wasser-, Kanal- und Nahwärmeinfrastruktur aufnehme. Der langfristige Finanzschuldenstand sei 2025 planmäßig von 31,5 auf 33,9 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig seien 2,13 Millionen Euro an Schulden getilgt worden. Bürgermeister Martin Staudinger hatte die Entwicklung der Gemeindefinanzen heute in einer Presseaussendung erläutert.

Zudem forderte Staudinger eine Reform der Aufgaben- und Finanzierungsverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Trotz der aus seiner Sicht vergleichsweise günstigen Entwicklung stünden auch finanziell solide Gemeinden zunehmend unter Druck. Auf Nachfrage von VOL.AT bestätigte die Pressestelle der Marktgemeinde Hard, dass die in der Aussendung verwendeten Zahlen von der Finanzabteilung der Gemeinde geprüft wurden. Dieselben Kennzahlen wurden laut Gemeinde bereits im Rechnungsabschluss 2025 öffentlich präsentiert.

Im Protokoll der Gemeindevertretung vom 29. April 2026 werden sowohl die langfristigen Finanzschulden der Marktgemeinde in Höhe von 33,9 Millionen Euro als auch eine Gesamtverschuldung von rund 50,67 Millionen Euro inklusive ausgegliederter Unternehmen angeführt.

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