Bis zu 168 Prozent – Preis-Explosion bei Lebensmitteln

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Bis zu 168 Prozent – Preis-Explosion bei Lebensmitteln
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Lebensmittelpreise Österreich: Neue foodwatch-Analyse zeigt Preisanstieg bis zu 168 Prozent seit 2021. Forderung nach mehr Transparenz wächst.

Wer heute im Supermarkt einkauft, muss für manche Produkte deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor fünf Jahren. Eine Auswertung von foodwatch zeigt nun, wie stark einzelne Lebensmittel seit 2021 im Preis gestiegen sind.

In einem Fall beträgt das Plus sogar 168 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei einer Back- und Kochschokolade. Kostete das Produkt 2021 noch 1,49 Euro, werden mittlerweile 3,99 Euro dafür verlangt. Das entspricht einem Anstieg von 168 Prozent.

Auch bei Sauerrahm gibt es einen auffälligen Preissprung: Der Preis stieg laut foodwatch von 0,49 Euro im Jahr 2021 auf 0,99 Euro im Jahr 2026 – ein Plus von 102 Prozent. Für die Auswertung griff die Organisation auf Daten der Plattform preisrunter.at zurück. Ausgangspunkt waren unter anderem Hinweise von Konsumenten, die foodwatch auf besonders starke Preissteigerungen aufmerksam machten. Nicht nur einzelne Produkte wurden teurer.

Seit Beginn der Teuerung im August 2021 stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in Österreich insgesamt um 31,2 Prozent. Die allgemeine Inflation lag im selben Zeitraum bei 28,3 Prozent. Genau hier sieht foodwatch ein Problem: Für Konsumenten sei nicht nachvollziehbar, wie sich die Preise entlang der Wertschöpfungskette zusammensetzen. Ob die starken Anstiege ausschließlich mit höheren Produktionskosten zusammenhängen oder auch höhere Gewinnmargen eine Rolle spielen, könne nicht nachvollzogen werden.

Hinzu kommt die hohe Konzentration im österreichischen Lebensmittelhandel. Die vier größten Handelsketten kontrollieren laut foodwatch rund 91 Prozent des Marktes.

"Konsument haben ein Recht darauf zu wissen, wohin ihr Geld beim Einkauf fließt – gerade bei solchen Preissteigerungen. Wie Lebensmittelpreise zustande kommen, ist derzeit eine Blackbox. Das muss sich ändern", fordert Markus Linkeseder von foodwatch Österreich. Für mehr Transparenz wurde im Jänner ein Online-Preisradar der Statistik Austria vorgestellt.

Laut foodwatch sei das Tool für einen konkreten Preisvergleich am Regal jedoch ungeeignet. Fast 70 Prozent aller erfassten Zugriffe entfielen demnach auf die erste Woche nach dem Start. Danach gingen die Aufrufe stark zurück.

Außerdem würden direkte und aktuelle Vergleichsmöglichkeiten einzelner Produkte zwischen Supermärkten fehlen.

"Menschen brauchen Preisvergleiche, um entscheiden zu können, wo sie günstiger einkaufen gehen können", sagt Linkeseder. Laut Bundeswettbewerbsbehörde könnten bessere Vergleichsmöglichkeiten die Preise um bis zu vier Prozent senken.foodwatch fordert nun drei konkrete Maßnahmen von der Bundesregierung: eine unabhängige Preisbeobachtungskommission, einen gesetzlichen Rahmen für unabhängige Preisvergleichsportale und mehr Kompetenzen für die Bundeswettbewerbsbehörde. Eine Preiskommission gibt es in Österreich bereits. Sie ist laut foodwatch allerdings ministeriell angesiedelt und vor allem beratend tätig.

Eine laufende, eigenständige Untersuchung von Preisentwicklungen und Gewinnmargen im Lebensmittelhandel finde nicht statt. Andere Länder würden laut foodwatch bereits entsprechende Modelle einsetzen. In Frankreich werden demnach Preise, Kosten und Margen entlang der Lebensmittelkette analysiert und regelmäßig veröffentlicht. Auch Spanien verfügt über entsprechende Strukturen.

Mit einer Petition will foodwatch nun mehr Druck auf die Bundesregierung ausüben. Die Organisation fordert, dass die Entwicklung der Lebensmittelpreise vom Acker bis ins Regal nachvollziehbar wird.

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