Ein Airbus A320 von Lufthansa kollidierte auf dem Flughafen München während eines Startmanövers mit einem Bodenfahrzeug. Das Flugzeug erlitt erhebliche Schäden am rechten Hauptfahrwerk und musste die Landebahn blockieren. Die BFU untersucht nun die Ursachen dieses Vorfalls.
Die Boeing 787-9 mit dem Kennzeichen D-ABPA startete am 5. Dezember 2023 in Frankfurt am Main und landete etwa acht Stunden später in Osaka. Die folgende Geschichte behandelt einen anderen Vorfall: einen gefährlichen Start auf dem Flughafen München am 18.
BFU Bericht zu Vorfall in München
Juni 2023. Die BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung) veröffentlichte nun ihren Abschlussbericht zu diesem Ereignis. Der Start sollte um 14:20 Uhr Ortszeit stattfinden. Die Boeing 787-9 war vollgetankt für einen Nonstop-Flug von München nach Hanoi in Vietnam.
Das Abfluggewicht von 216,5 Tonnen lag leicht unter der maximal zugelassenen Startmasse von 227,9 Tonnen. Die Besatzung bestand aus zwei Piloten, einem 64-jährigen Kapitän im linken Sitz (über 27.000 Flugstunden, ~7.800 auf B787) und einem 55-jährigen Copiloten im rechten Sitz (über 12.000 Flugstunden, ebenfalls qualifiziert als Kapitän). Die Wetterbedingungen waren gut: trockene Straße, Windstärke 14 Knoten aus 150 Grad, Lufttemperatur 30°C, Luftdruck 1013 hPa. Um 14:20 Uhr begann der Start.
Während des Anlaufs auf der 4.000 Meter langen Bahn 26L zeigte das Cockpitdisplay ungewöhnliche Bremsbetätigungen an. Bei etwa 65 bis 70 Knoten Geschwindigkeit aktivierte sich die Bremse auf der linken Seite. Dann, bei ca. 115 bis 120 Knoten, traten weitere Bremsungen auf - diesmal auf beiden Seiten gleichzeitig, aber mit unterschiedlicher Intensität (stärker links).
Startbahn mit Bremsproblemen verlassen
Schließlich, kurz vor Erreichen der Abhebegeschwindigkeit von 175 Knoten bei etwa 2.500m Entfernung, wurde das Bremspedal erneut, diesmal stärker, auf der linken Seite gedrückt. Das Flugzeug hob dennoch ab. Wegen der verzögerten Beschleunigung und des Bremsverhaltens reichte die Startdistanz nicht aus. Die Boeing hob zwar ab, rutschte aber weiter über die Bahn hinaus.
Die Reifenspuren endeten etwa 240 Meter hinter der Pistenschwelle im Gras. Dort schlug das Heck des Flugzeugs auf. Die Crew entschied sich, den Flug nach Hanoi zu annullieren und nach München zurückzukehren. Da das Flugzeug noch zu schwer war für eine sichere Landung, musste es zwei Stunden lang einen Teil seines Kerosins ablassen, bevor es sicher landen konnte.
Ursache für Bremsmanöver ungeklärt
Die BFU konnte anhand von Daten aus dem Cockpitrecorder und dem Flight Data Recorder (FDR) den Ablauf rekonstruieren. Ob die Bremsen durch den Piloten aktiviert wurden oder ein technischer Defekt vorlag, ist unklar. Die Bremsanlage wurde gesichert, um das zu klären. Eine weitere Unklarheit besteht in der Sichtbarkeit der Warnanzeigen im Cockpit für die Piloten.
Der Bericht zeigt, dass der Startlauf nicht wie geplant verlief, sondern von wiederholten Verzögerungen geprägt war. Die Crew entschied richtig, den Flug abzubrechen, nachdem sie sich wieder sicher auf dem Boden befand.
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