Eine Untersuchung der BFU zeigt, dass Sekunden nach der Startfreigabe die Bremspedale eines Vietnam-Airlines-Flugzeugs in München getreten wurden. Der Kapitän handelte trotz Startfreigabe, woraufhin der Copilot manuell den Schub erhöhte. Die Boeing 787-9 schoss über die Piste hinaus, berührte Beleuchtungsschächte und konnte gerade noch abheben, ohne dass Passagiere verletzt wurden.
Die deutsche Bundesstelle für Flugunfall unterschung legt ihren Bericht vor. Sekunden nach der Startfreigabe wurden die Bremspedale des Vietnam-Airline-Flugzeugs getreten und permanent gehalten. Beim Beinahe-Unglück eines Vietnam-Airlines-Flugzeugs in München wurden einer Untersuchung zufolge beim Startvorgang die Bremsen betätigt.
Das geht aus einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig hervor. Die mit fast 290 Menschen besetzte Boeing 787-9 war Mitte August am Münchner Flughafen über die Startbahn hinausgeschossen und konnte gerade noch abheben. Menschen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt. Wieso der Flugkapitän während des Starts auf die Bremse trat, ist der Untersuchung zufolge noch unklar.
In dem Zwischenbericht gehe es um eine reine Sachverhaltsdarstellung, erläuterte ein BFU-Sprecher. Eine Bewertung und Analyse der Unfallursache gebe es erst im Abschlussbericht, der voraussichtlich etwa ein Jahr nach dem Unfall vorliegen werde. Zuvor hatte der „Spiegel“ über den BFU-Zwischenstand berichtet. Dem Bericht der BFU zufolge hatte das Flugzeug am 15.
August um 13.55 Uhr die Startfreigabe erhalten. Kurz darauf wurde der Startlauf aktiviert - und Sekunden danach die Bremspedale getreten und permanent gehalten. Kurz vor dem Abheben erhöhte der Copilot den Triebwerksschub manuell. Die Folge war laut der BFU, dass das Flugzeug über die Startbahn hinausschoss, auf das Gras dahinter geriet und noch im letzten Moment abheben konnte.
Heck und Fahrwerk kollidierten dabei mit 20 Lampen des Beleuchtungssystems an der Startbahn. Dabei wurde auch der Rumpf des Flugzeugs beschädigt. Nach der Landung wurden zudem Schäden an vier Reifen festgestellt. Dem Bericht zufolge entschieden die Piloten, den Flug nach Vietnam abzubrechen.
In Absprache mit der Flugsicherung ließ der Pilot Kerosin ab und flog zweimal mit ausgefahrenem Hauptfahrwerk am Flughafen vorbei, damit das Bodenpersonal eine Sichtprüfung vornehmen konnte. Danach erfolgte die Landung. Laut BFU kam es zu einer Rauchentwicklung am Hauptfahrwerk, ein Brand konnte aber nicht festgestellt werden.
Vietnam Airlines BFU Flugunfall München Boeing 787
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