Schneller würden Schüler nun lesen, aber „weniger akkurat“, erklärte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Mehr Einsatz brauche es bei Kindern unter drei Jahren.
Schneller würden Schüler nun lesen, aber „weniger akkurat“, erklärte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Mehr Einsatz brauche es bei Kindern unter drei Jahren. Gleich zwei aktuelle Bildungsstudien gibt es derzeit, und die Bilanz für Österreich ist, wie man so schön sagt, sehr durchwachsen.
Für Gesprächsstoff sorgen wieder die Ergebnisse von Schülern aus den sogenannten bildungsferneren Schichten, bei der Pisa-Studie wie nun auch bei „Bildung auf einen Blick“. WobeiBekanntermaßen geht es schulisch vor allem bei der Lesekompetenz stetig bergab.
„Die Schüler lesen schneller, aber weniger akkurat“, spezifizierte Schleicher – es falle ihnen schwer, Texte zu reflektieren. Das sei auch eine „Folge der digitalen Welt“, die fertige Antworten liefere und es nicht nötig mache, dass man sich mit Texten oder Perspektiven auseinandersetze. Keine große Überraschung. Dass man mittlerweile sehr offen darüber spricht, dass der Einsatz von digitalen Medien im Unterricht „nicht immer zielführend“ ist, ermutigt aber.
„Gerade, wenn Schüler ihr eigenes Smartphone nutzen, hängt das doch sehr stark negativ mit der Leistungsentwicklung zusammen“, sagte Schleicher. Ein Einsatz „ohne klares pädagogisches Konzept“ habe eher negative Folgen. Fragt sich, in wie vielen Klassenräumen dieser Einsatz gelebt wurde. Viel diskutiert in Österreich: die schlechten Sprachkenntnisse vieler Schüler.
Gerade in Wien, wo die Zahl der Schulanfänger, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, um dem Unterricht zu folgen, mit fast 50 Prozent enorm hoch ist. Die Leistungsschere von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund sei in Österreich besonders groß, so Schleicher, deshalb müsse man mit der Förderung sehr früh anfangen.
Man sehe zwar, dass Österreich bei den drei- und vierjährigen Kindern aufgeholt habe – aber „bei den Unter-Dreijährigen, wo wirklich die elementaren Sprachkenntnisse aufgebaut werden, da hinkt Österreich wirklich noch weit hinterher“. Was das nun genau bedeutet, welche Rolle die Muttersprache spielt? Schleicher erklärte nur, dass es für Kinder, bei denen in jungen Jahren nicht die „elementaren Sprachkenntnisse“ aufgebaut werden, „später sehr schwer“ werde. Großbritannien sei ein gutes Gegenbeispiel.
Was genau dort besser gemacht werde, wollte Interviewerinwissen.
„Die frühe Förderung. Dort finden Sie in jeder Kita eine Fachkraft, die sich wirklich um diese Kinder kümmert“, so Schleicher. Schnell war man wieder bei den Schulen, die in Großbritannien darauf achten würden, dass sprachliche Defizite „sehr schnell behoben“ würden. Dass Sprachkenntnis „die Mutter aller Kompetenzen“ ist, betonte er noch.
Dann ging es ums Sitzenbleiben und die sechsjährige Volksschule als Schulversuch . Ein Interview, das nicht wirklich erhellte: Man hätte sich vom Bildungsdirektor der OECD mehr erwartet.
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