Austria Wien hat Rapid im ersten großen Wiener Derby der Frauen-Bundesliga mit 1:0 besiegt und damit als erster Derbysieger Geschichte geschrieben. 2359 Fans sahen das Spiel in der Generali Arena, darunter viele Familien. Wegen des Risikos durch die Rivalität der männlichen Anhänger hatte Rapid auf Gastfans verzichtet und Austria verkaufte Tickets nur an Mitglieder und Abonnenten. Der Besuch bei den Austria-Frauen führte dazu, dass einige Fans zu Klubmitgliedern wurden.
Meister Austria geht als erster Derbysieger über Rapid in die Geschichte der Frauen-Bundesliga ein. 2359 Fans waren dabei, der Tenor: Zu diesem Prestigeduell nimmt man seine Kinder gern mit.
Schönstes Herbstwetter ließ die Generali Arena am Sonntag als Bühne eines lange erwarteten Spiels erstrahlen: Die Frauenteams von Austria und Rapid trafen sich zum ersten großen Wiener Derby. Sportlich war es das Duell zwischen violettem Double-Gewinner und grün-weißem Aufsteiger, doch in diesen 90 Minuten ging es um Prestige und Leidenschaft, wie beide Seiten betonten. 2359 Fans wurden Zeuge der historischen Begegnung, es wären deutlich mehr gekommen, insbesondere jene in Grün-Weiß oder die Kurzentschlossene, die vor dem Stadion nach den Ticketschaltern fragte, und nicht darüber Bescheid wusste, dass sie nicht einfach so eines kaufen könnte.
Risikopotenzial der Rivalität des Männeranhangs hatte dazu geführt, dass Rapid auf Gästefans verzichtete und die Austria Tickets nur noch im geschützten Verkauf an Mitglieder und Abonnenten abgab .
„Unfair, dass die Frauen dafür bezahlen müssen, dass sich Männer nicht benehmen können“, meinte eine junge Frau im violetten Wenninger-Trikot zur dadurch beschränkten Kulisse. Sie und ihre Freundinnen besuchen regelmäßig die Spiele der Austria-Frauen, Klubmitglieder seien sie bislang aber nicht gewesen. Ein Derby, befanden sie pragmatisch, sei zumindest ein guter Anlass gewesen, das nun zu ändern. Statt Marketing-Coup wurde es also eine überschaubare Kulisse – neuer Bundesligarekord – mit vielen Familien und Gespannen von Vätern mit Kindern.
Genau darin liegt auch das Potenzial des Frauen-Fußballs, er spricht anderes Publikum an, bietet die Chance, die eigene Leidenschaft in friedlichem Rahmen selbst mit den Jüngsten zu teilen. Er sei schon bei vielen Männer-Derbys gewesen, genau deshalb würde er seine beiden kleinen Töchter niemals zu einem solchen mitnehmen, erklärt ein Mann vor dem Stadion der „Presse“. Sein Freund, der ihn begleitet, geht wegen der wiederkehrenden Eskalationen inzwischen selbst nicht mehr hin.
„Deppat von beiden Vereinen“, sagt er dazu, dass das bei der Frauen-Premiere Thema wurde. Lautstarke Gesänge auf den Rängen, Emotionen auf dem Rasen – die erste Gelbe Karte sah der Austria-Trainer Die Kulisse war somit zwar einseitig, aber dank der lautstarken Austria-Fangruppen im Eck durchaus stimmungsvoll. Die Rivalität steht noch am Anfang, die Emotionen auf dem Rasen waren aber früh zu sehen.
Rapid-Spielerin Lisa Rammel stachelte ihre Kolleginnen nach einem harten Zweikampf mit einem lauten „Gemma“ an, Austria-Trainer Stefan Kenesei, ein „Favoritner Kind“ wie er selbst sagt, kassierte die erste Gelbe Karte der Partie, weil er einen ausbleibenden Elfmeterpfiff allzu vehement kritisierte . Sein Team lag da schon, das sei angemerkt, auf Kurs zum Derbysieg. Der Unterschied zwischen Meister und Aufsteiger war offensichtlich.
Nach vier Minuten schoss Elisa Pfattner nach schöner Austria-Kombination ein, Modesta Uka erhöhte nach Lauf von Louise Schöffel – 13. Tor im 16. Saisonspiel für die Austria-Stürmerin.
Einen Uka-Freistoß erzwang das Eigentor zum 3:0 . Nach Gelb-Rot für Rapid-Kapitänin Sandrina Haupt besiegelten Sandra Jakobsen , Almedina Sisic und Tatjana Weiss den deutlichen 6:0-Endstand für die Austria. Die Rapidlerinnen warfen sich zwar unermüdlich in jeden Zweikampf, dem Ehrentreffer kamen sie aber nie nah.
Nach dem Schlusspfiff feierten die Austrianerinnen mit ihren Fans und posierten für Erinnerungsfotos an diesen denkwürdigen Tag. Die Rapidlerinnen wurden nebenan von Familien und Freunden aufgemuntert. Das historische Derby war zugleich der Abschied in die Länderpause, in der es für das Nationalteam um den nächsten Schritt Richtung WM-Premiere 2027 geht. Die erste Playoff-Runde gegen Kosovo startet am Freitag auswärts, am 13. Oktober steigt am Wiener Sportclub-Platz das Heimspiel .
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