Asmik Grigorian singt in Wien Bianca und Judith an der Staatsoper

Entertainment Nachrichten

Asmik Grigorian singt in Wien Bianca und Judith an der Staatsoper
Asmik Grigorian, Wiener Staatsoper, Bianca Und Judith

Asmik Grigorian kehrt an die Wiener Staatsoper zurück und singt ab 3. Oktober Bianca und Judith in Zemlinskys und Bartóks Doppelabend.

Die Sopranistin Asmik Grigorian bereitet sich in Wien auf einen besonderen Doppelabend vor: Ab dem 3. Oktober singt sie an der Wiener Staatsoper die Rolle der Bianca in Alexander Zemlinsky s Oper Eine florentinische Tragödie und die der Judith in Béla Bartók s Herzog Blaubarts Burg. Die 45-Jährige steht damit gleich in zwei anspruchsvollen Frauenfiguren auf der Bühne. In der Solistinnengarderobe der Staatsoper spricht sie über ihre Karriere, ihre Herkunft und die bevorstehende Premiere.

Zwei Rollen an einem Abend

Die Proben für den Doppelabend laufen auf Hochtouren. Grigorian zeigt sich nach einer Probe entspannt und gut gelaunt. Sie beschreibt den Probentag als gelungen. Bis zur Premiere am 3. Oktober bleibt nur wenig Zeit. Die Kombination der beiden Einakter verlangt der Sängerin ein hohes Maß an Ausdruck und stimmlicher Flexibilität ab. Auf der Bühne macht Grigorian jede Partie zu ihrer eigenen. Ihr intensives Spiel und ihre helle, kraftvolle Stimme gelten als zugleich lyrisch und nuancenreich.

Seit ihrem Bühnendebüt im Jahr 2004 hat Asmik Grigorian mehr als 60 Rollen gesungen. Dieses Repertoire erreichen nur wenige Opernsängerinnen im Laufe ihrer gesamten Karriere. Die gebürtige Litauerin mit armenischen Wurzeln hat sich damit an den großen Häusern der Welt etabliert.

Zwischen Litauen und Armenien

Grigorian wuchs zwischen zwei Kulturen auf. Ihre Mutter ist Litauerin, ihr Vater war Armenier. Litauisch ist ihre Muttersprache. Dort ging sie zur Schule und zur Universität. Mit ihrem Vater sprach sie Armenisch, allerdings nicht täglich. Da sie die Sprache nicht lesen kann, blieb ihr Armenisch auf dem Stand eines etwa fünfjährigen Kindes. Inzwischen vergisst sie manches, weil sie nur selten Gelegenheit hat, Armenisch zu sprechen. Dennoch versucht sie, die Sprache zu bewahren, die ihr viel bedeutet.

Die Eltern ließen sich scheiden, als Grigorian eineinhalb Jahre alt war. Der Vater blieb noch in Litauen, bis sie etwa sechs Jahre alt war. Die Sängerin beschreibt ihre armenische Seite als sonnig, offen und überschwänglich. Ihre litauische Seite habe etwas von einem Polizisten, der zur Bescheidenheit mahnt. Sie hatte sogar zwei Namen: Bei ihrem Vater hieß sie Asmik, in Litauen Asta. Erst als Sängerin begann sie, Asmik auch öffentlich zu verwenden. Sie fühlte sich wie zwei Menschen, die mit der Zeit zueinander gefunden haben. Heute vergleicht sie diese beiden Seiten mit Sonne und Mond. Wenn sie zusammenarbeiten, könne etwas Magisches entstehen.

Opernhaus als Zuhause

Beide Eltern waren berühmte Opernsänger. Ihre Mutter war auch ihre erste Lehrerin. Das Opernhaus gehörte für Grigorian von Anfang an zum Leben. Als Kind war es für sie wie ein Zuhause. Sie erlebte großartige Sänger, Musiker und Dirigenten. Heute weiß sie, welches Geschenk es war, im Theater aufzuwachsen. Als Teenager wollte sie zunächst nichts mit klassischer Musik zu tun haben. Lieber wäre sie Ballerina geworden. Wenn ihr Vater sagte, sie werde Sängerin, wehrte sie sich nicht dagegen. Später kam sie eher durch den Lauf der Dinge an die Musikhochschule als durch eine bewusste Entscheidung. Sie wusste, wie schwer es sein würde, den Weg ihrer außergewöhnlichen Eltern einzuschlagen. Wenn sie an ihre Eltern dachte, fühlte sie sich nie gut genug für die Bühne. Manchmal geht es ihr heute noch so.

Von Anfang an arbeitete sie daran, als Sängerin eine eigene Identität zu finden. Dass sie anders war als ihre Eltern, wurde zu ihrer Stärke. So ging sie bald ihren eigenen Weg. Ihr erstes Engagement als Musetta in La Bohème führte sie 2006 nach Vilnius. Dalia Ibelhauptaitė, die heute wie eine Schwester für sie ist, hatte junge Sängerinnen und Sänger für ein einziges Projekt zusammengebracht. Daraus entstand später die Vilnius City Opera. Alle erwarteten, dass Grigorian wie ihre Mutter Mimì singen würde. Doch Dalia sagte, Asmik singt Musetta. Grigorian machte eine Art Femme fatale aus der Rolle. An diesen Auftritt erinnern sich die Leute bis heute.

Lehren der Eltern

Grigorian hat von ihren Eltern unendlich viel gelernt. Beide waren ihre Lehrer. Von den Aufnahmen ihres Vaters, der 2016 starb, lernt sie noch immer. Besonders wichtig ist ihr eine Erinnerung, die nichts mit dem Singen zu tun hat. Ihr Vater sagte, ganz gleich wie erfolgreich man sei oder wie tief man falle, das Wichtigste sei, Mensch zu bleiben. Daran denke sie oft, auch bei der Arbeit.

Ihre Mutter sagte ihr immer, wie schwer dieser Beruf ist. Das ärgerte Grigorian manchmal, liebte sie doch, was sie tat. Heute, mit zwei Kindern und ihrer eigenen Karriere, versteht sie ihre Mutter. Diese gab alles für die Bühne und wollte zugleich die beste Mutter sein. Grigorians Sohn kam zur Welt, als sie Anfang 20 war, ihre Tochter deutlich später.

GooglePlease follow us on Google to support us
Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

falter_at /  🏆 10. in AT

Asmik Grigorian Wiener Staatsoper Bianca Und Judith Eine Florentinische Tragödie Herzog Blaubarts Burg Alexander Zemlinsky Béla Bartók

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Neue Songs im September: Euroteuro, Hipster-Hass und vergossene MilchNeue Songs im September: Euroteuro, Hipster-Hass und vergossene MilchEuroteuro beschwört mit Soap & Skin leise Magie, Lex Walton rechnet mit deun Hipstern ab, Kate Nash singt gegen Abtreibungsverbote an und Big Truck findet Humor im alltäglichen Frust.
Weiterlesen »

Zwei Monate nach Massenansturm auf Ceuta diskutiert die EU über...Zwei Monate nach Massenansturm auf Ceuta diskutiert die EU über...Die EU-Innenminister erörterten in Luxemburg die Möglichkeit, im Falle eines Massenzustroms auf Einzelfallprüfungen zu verzichten. In der spanischen Grenzstadt Ceuta kehrt die Normalität nur...
Weiterlesen »

'Volvy’s Adventure' bekommt eine komplett neue Version'Volvy’s Adventure' bekommt eine komplett neue VersionVolvy kehrt zurück: In 'Volvy’s Adventure: Reslimed' warten vier Welten, schräge Gegner und eine überdimensionale Hand.
Weiterlesen »

Formel 1 kehrt nach Malaysia zurück: Zweites freies Training am Sepang CircuitFormel 1 kehrt nach Malaysia zurück: Zweites freies Training am Sepang CircuitDer umstrittene Umzug des Bahrain GP nach Malaysia sorgt für Gesprächsstoff. Die Fahrer müssen sich auf einen unbekannten Kurs in Sepang einstellen, während die Kritik an der Entscheidung anhält.
Weiterlesen »