Arbeitslosigkeit in Österreich steigt im September 2026 auf 306.600. Frauen und Langzeitarbeitslose besonders betroffen. Gender Pay Gap bleibt groß.
Ende September sind in Österreich 306.600 Menschen arbeitslos - um 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung leicht. Die Arbeitslosigkeit liegt Ende September weiterhin um rund +7.400 über dem Wert von 2025.
Die Register-Arbeitslosenquote beträgt 7,1 % . Die Beschäftigung steigt gegenüber dem Vorjahr . Der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr blieb über die letzten Monate annähernd stabil, verringerte, d.h. verbesserte sich allerdings im September. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im September 2026 den Gesamtwert von rund 381.200 .
Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden steigt deutlich , während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr stagniert. Die Lehrstellenlücke beträgt somit -3.977 Stellen. Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft stagniert mit -0,2%, während sich die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen um +4,3% erhöht.
Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate ansteigend ist, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status Arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf 104.101 . Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei 34%. Die Bestandszahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sinkt Ende September 2026 gegenüber dem Vorjahr um -0,5% auf 78.267. Frauen sind von der weiterhin angespannten Lage am Arbeitsmarkt stärker betroffen.
Ende September 2026 sind rund 8.300 Frauen mehr arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr – ein Anstieg um 6,0 Prozent. Bei Männern ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich hingegen leicht rückläufig . Wirtschaftliche Eigenständigkeit hängt jedoch nicht nur davon ab, ob Frauen erwerbstätig sind. Entscheidend ist auch, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und welches Einkommen sie erzielen.
Nach wie vor bestehen hier deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Der internationale Equal Pay Day der Vereinten Nationen am 18. September macht daher auf die weltweit bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Auch in Österreich besteht weiterhin deutlicher Handlungsbedarf: Der Gender Pay Gap, gemessen an den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten, lag lt.
Eurostat im Jahr 2024 bei 17,6 Prozent. Damit lag Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt von 11,1 Prozent und zählt zu den Ländern mit den größten Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern innerhalb der Europäischen Union. Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann:"Frauen sind von der derzeitigen Zunahme der Arbeitslosigkeit stärker betroffen. Frauen brauchen gute Beschäftigungschancen und eine eigenständige finanzielle Absicherung.
Dazu gehört vor allem eine faire Bezahlung. Gleiche und gleichwertige Arbeit muss gleich bezahlt werden. Mit der Lohntransparenzrichtlinie gibt es ein Werkzeug, dass diese ungerechtfertigten Unterschiede klar und deutlich sichtbar macht.
" Schumann verweist auf die Koalitionspartner, auf deren Rückmeldung zum Gesetzesentwurf man weiterhin wartet:"Die EU-Richtlinie steht im Regierungsprogramm und ist umzusetzen, damit Frauen endlich die gleichen Chancen haben wie Männer, und zwar in allen Bereichen. "
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