Anzahl der EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich steigt auf 70

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Anzahl der EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich steigt auf 70
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Die Anzahl der Vertragsverletzungsverfahren, die die Europäische Union gegen Österreich eingeleitet hat, ist von 64 auf 70 gestiegen. Dies geht aus einer Anfragebeantwortung des Bundeskanzlers hervor, die auf den Stand 1. Juli 2026 bezieht. Die Verfahren betreffen vor allem die verspätete Umsetzung von EU-Richtlinien in nationales Recht.

an die Grünen geht hervor, dass mit Stichtag 1. Juli 2026 noch 64 Verfahren anhängig waren. Inzwischen ist die Zahl auf 70 gestiegen..

"Wenn Österreich in Brüssel europäischen Regeln zustimmt, muss die Bundesregierung auch dafür sorgen, dass diese zuhause rechtzeitig umgesetzt werden", erklärte sie gegenüber der APA. Mit Anfang Juli waren laut Disoski 24 EU-Richtlinien trotz bereits abgelaufener Fristen noch nicht vollständig in österreichisches Recht übertragen worden. Besonders problematisch sieht Disoski die noch nicht vollständige Umsetzung der EU-Regeln zur strafrechtlichen Verfolgung von Sanktionsverstößen und der Umgehung von Sanktionen – etwa im Zusammenhang mit Russland.

"Das ist gerade außenpolitisch das völlig falsche Signal", betonte sie. Die entsprechende Richtlinie umfasst unter anderem das Bereitstellen von Geldern für sanktionierte Personen, Verstöße gegen das Einfrieren von Vermögenswerten und verschiedene Methoden zur Umgehung von Sanktionen. Die Frist zur Umsetzung war bereits im Mai 2025 abgelaufen. Der Kanzler verweist in seiner Anfragebeantwortung auch auf frühere Zahlen.

Anfang Oktober 2025 waren demnach 61 Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich offen.20 dieser Verfahren waren bis Juli 2026 bereits wieder eingestellt worden. Gleichzeitig kamen jedoch weitere hinzu. Insgesamt liegt die Zahl der offenen Verfahren damit mittlerweile um neun höher als noch im Oktober. Zwischen Oktober 2025 und Juli 2026 kam es laut der Anfragebeantwortung zu keiner Verurteilung Österreichs durch den Gerichtshof der Europäischen Union.

Zudem wird festgehalten, dass Österreich im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens bisher noch nie zu einer Strafzahlung verurteilt wurde. Wie viel Personal und Geld die Verfahren im Bundeskanzleramt beanspruchen, lässt sich laut Beantwortung nicht beziffern, da diese Aufwendungen nicht gesondert erfasst werden. Externe Leistungen wie Rechtsberatung oder Gutachten würden dafür jedenfalls nicht in Anspruch genommen.

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