Antisemitismus-Eklat im französischen Wahlkampf

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Jordan Bardella, den Marine Le Pen zum Premierminister machen will, soll in jungen Jahren antisemitische Klischees verwendet haben. Er dementiert und will klagen.

Jordan Bardella, den Marine Le Pen zum Premierminister machen will, soll in jungen Jahren antisemitische Klischees verwendet haben. Er dementiert und will klagen.

„Alle Banken sind im Besitz von Juden“; „Der Jude muss die anderen Völker beherrschen, sie überwältigen und sie bestehlen. Ein Zionist ist notwendigerweise ein Jude, und zwar gründlich“; „Die wichtigsten Ministerien fallen an Personen, für die Israel und das Bankinteresse gegenüber den französischen Interessen Vorrang haben“. Diese vor Antisemitismus strotzenden Sätze werden von dem bekannten französischen Internetmedium „Mediapart“ Jordan Bardella zugeordnet.

Bardella ist Chef der Partei Rassemblement National, deren Ex-Vorsitzende Marine Le Pen aussichtsreiche Kandidatin bei den im kommenden Jahr stattfindenden Präsidentschaftswahlen ist. Le Pen hat angekündigt, Bardella im Falle ihres Sieges zum Premierminister ernennen zu wollen. Und jetzt so etwas. Bardella dementiert die „Mediapart“-Enthüllungsstory zur Gänze.

Er bezeichnet das Medium als Produkt „politischer Aktivisten“ und die Vorwürfe gegen ihn als „Operation zur Destabilisierung“, die „seit Monaten perfekt organisiert“ worden sei. Sein Anwalt werde wegen der Anschuldigungen eine Verleumdungsklage einbringen. Sollten in den kommenden Tagen materielle Beweise veröffentlicht werden – was bisher nicht der Fall ist –, so würden diese wegen Fälschung angezeigt.

„Mediapart“ beruft sich auf „Dutzende schriftliche Korrespondenzen“, die „von unabhängiger Seite“ auf ihre Echtheit überprüft worden seien. Die Schriftstücke stammten aus dem Jahr 2013, Bardella, heute 31, wurde im September desselben Jahres 18 Jahre alt. Ein Jahr später wurde er Parteisekretär des Front National, der Vorgängerpartei des Rassemblement National, im Département Seine-Saint-Denis. Die Anschuldigungen gegen Bardella bergen politischen Sprengstoff, da Marine Le Pen ihre Partei auf einen strikt proisraelischen Kurs eingeschworen hat und als „Schutzschild der Juden“ bezeichnet.

Ihr verstorbener Vater, Parteigründer Jean-Marie Le Pen, war für seine antisemitischen Ausfälle berüchtigt. Bardella selbst war 2024 zu einem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gereist. Marine le Pen steht auch jetzt zu Bardella. Die ganze Sache sei ein „Agententrick“.

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