Neue Müllinsel Josefstadt: Anrainer protestieren gegen Lärm, Gestank und Sicherheitsprobleme. Bürgerinitiative fordert Verlegung der Sammelstelle.
Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Müllinsel, unterstützt werden die Anrainer von BV-Stellvertreterin Eva Krennbauer und Neos-Bezirksparteiobfrau Julia Gremsl Glasgeklirr in der Nacht und Sorgen wegen Gestank: Eine neue Müllinsel in der Lerchenfelder Straße sorgt in der Josefstadt für heftigen Widerstand.
Kaum aufgestellt, sorgt eine neue Müllinsel in der Josefstadt für ordentlich Wirbel. An der Ecke Lange Gasse/Lerchenfelder Straße wurden zwei Altglas- und zwei Biomüll-Container sowie vier Behälter für Kunststoff und Leichtmetall aufgestellt. Doch bei Anrainern und Geschäftsleuten kommt der neue Standort gar nicht gut an. Inzwischen hat sich eine Bürger- und Anrainerinitiative formiert.
Ihr unmissverständliches Motto:"Müllinsel stoppen!
" Gefordert wird die sofortige Verlegung der zehn Meter langen Sammelstelle. Gleichzeitig spricht sich die Initiative gegen zusätzliche E-Ladestationen in diesem Bereich aus.. Die 45-jährige Mutter zweier Kinder im Alter von drei und vier Jahren zog erst vor einigen Monaten in ihre Wohnung. Diese verfügt über bodentiefe Fenster, Kinderzimmer, Wohnzimmer und Küche liegen zur Straße.
"Dass wir diese Wohnung gefunden haben, war nach der ohnehin extrem schwierigen Suche nach einer leistbaren Familienwohnung in der Josefstadt eine große Erleichterung. Diese Freude ist nun allerdings komplett verflogen", meint die Alleinerzieherin. Denn vor wenigen Wochen wurden Gestänge vor dem Haus montiert. Wenig später kamen die Müll-Container – und damit laut Sabine B. auch der Lärm.
Vor allem das Einwerfen von Glasflaschen raubt ihrer Familie den Schlaf.
"Das Klirren ist infernalisch und schallt durch die ganze Straße. Meine Kinder finden aufgrund des permanenten Lärms kaum in den Schlaf und werden auch ständig aus dem Schlaf gerissen. Das Kinderzimmer ist nicht mehr nutzbar", sagt sie gegenüberMit ihrem Protest steht Sabine B. nicht alleine da. Weitere Anrainer und Geschäftsleute aus dem Grätzl wenden sich gegen den Standort.
Die neu gegründete Bürgerinitiative hat inzwischen ein Flugblatt erstellt und ruft Bewohner dazu auf, ihren Protest bei Bezirksvorsteher Martin Fabisch sowie den Bezirksparteien zu deponieren. Die Initiative argumentiert unter anderem damit, dass es bereits mehrere Entsorgungsmöglichkeiten in unmittelbarer Umgebung gebe. So stehen etwa 200 Meter entfernt beim Weghuberpark mehrere Glas- und Biomüll-Container sowie Leichtmetall-und Plastik-Behälter.
"Es gäbe deutlich geeignetere Plätze für eine solche Anlage: Zum Beispiel vor dem unbewohnten Amtshaus oder direkt vor dem Haus des Cartellverbandes. Beim Weghuberpark könnte man zudem die Anlage vergrößern", erklärt Sabine B.Ein weiterer Kritikpunkt ist die Hitze:"Im Sommer brennt die Sonne genau an diesem Standort den ganzen Tag unbarmherzig herunter. Das führt dazu, dass sich dieser Bereich extrem aufheizt. Sobald die Hitze einsetzt, beginnt alles zu stinken.
Aus diesem Grund sollten die Container im Schatten platziert werden", so die 45-Jährige. Doch der Protest richtet sich nicht nur gegen Lärm und möglichen Gestank. Die Bürgerinitiative sieht auch ein Sicherheitsproblem. Die großen Container würden die Sicht an der Kreuzung Lange Gasse/Lerchenfelder Straße beeinträchtigen.
Beim Ausfahren aus der Langen Gasse könnten dadurch Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer oder Straßenbahnen schlechter gesehen werden, argumentieren die Gegner des Standorts. Sabine B. ärgert sich zudem darüber, dass aus ihrer Sicht andere Verbesserungen im Grätzl dringender wären.
"Es ist für mich völlig unbegreiflich, warum im gesamten übrigen Bezirk überall Bäume gepflanzt und Gehsteige verbreitert werden, während bei uns im Viertel Müllplätze und E-Ladestationen hinkommen. " Unterstützung erhält die Initiative von der Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Eva Krennbauer :"Ich verstehe die Sorgen der Josefstädter*innen und möchte mich dafür einsetzen, dass der Standort genau geprüft wird. Mein Ziel ist es, im offenen Austausch mit allen Beteiligten eine gemeinsame Lösung zu finden", so Krennbauer zu.
Und auch Julia Gremsl, Klubobfrau der Neos in der Josefstadt, erklärt:"Mehrere Anrainer:innen haben sich mit Bedenken an uns gewandt. Unsere Aufgabe ist es, diese ernst zu nehmen, für Transparenz zu sorgen und zu prüfen, ob es eine bessere Lösung gibt.
"Bei der MA 48 hält man die zusätzliche Müllinsel für notwendig. In einem E-Mail an Sabine B. wird erklärt, dass Standorte für öffentliche Altstoffsammelstellen gemeinsam mit Fachstellen und dem Bezirk festgelegt würden. Dabei würden etwa Verkehrssicherheit, bauliche Gegebenheiten, barrierefreie Erreichbarkeit und die Nähe zu Nahversorgern berücksichtigt. Dass bereits andere Container in der Umgebung stehen, ist für die MA 48 kein Argument gegen die neue Sammelstelle.
"Da die umliegenden Altstoffsammelstellen stark ausgelastet sind, ist die Errichtung dieser Sammelstelle dringend nötig um allen Anrainer*innen ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten zu bieten. Eine Verlegung ist daher nicht vorgesehen.
"-Anfrage aus dem Büro von Bezirksvorsteher Fabisch heißt, werden die Biomüll-Container vom Standort entfernt. "Bei den Glascontainern handelt es sich um moderne, besonders schallgedämmte Modelle. Zusätzlich wurde mit der MA 48 vereinbart, die Sammelstelle nach sechs Monaten umfassend zu evaluieren. Dabei werden unter anderem die tatsächliche Auslastung, Sauberkeit, Entleerungs- und Zufahrtssituation sowie allfällige nachweisbare Belastungen berücksichtigt", heißt es.
Eine sofortige Verlegung der gesamten Sammelstelle sei derzeit nicht vorgesehen.
"Gerade in einem dicht bebauten innerstädtischen Bezirk muss notwendige öffentliche Infrastruktur irgendwo untergebracht werden. Eine Verlegung würde mögliche Belastungen in vielen Fällen lediglich zu anderen Anrainerinnen und Anrainern verschieben. Deshalb wollen wir die tatsächliche Situation am Standort sachlich beobachten und auf Basis der vereinbarten Evaluierung entscheiden, ob weitere Maßnahmen notwendig sind", wird abschließend erklärt.
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Neue Regelungen für E-Mopeds und Kleinkrafträder in ÖsterreichÖsterreich hat neue Bestimmungen für die Klassifizierung von E-Mopeds und Kleinkrafträdern der Klasse L1e-B eingeführt. Die Einstufung hängt nicht nur vom Aussehen, sondern vor allem vom R-Punkt ab. Liegt dieser bei maximal 540 Millimetern über dem Boden, können Fahrzeuge mit bis zu 250 Watt und 25 km/h weiterhin als elektrobetriebene Kleinfahrzeuge gelten, sofern sie einen Sitz haben. Ein COC-Papier ist für die Zulassung entscheidend, bei Fehlen sind Nachweise des Herstellers oder TÜV erforderlich.
Weiterlesen »
Nach 100 Jahren: Forscher entdecken neue PinguinartAuf abgelegenen Inseln im Indischen Ozean haben Forscher eine neue Pinguinart entdeckt. Genetische Daten beenden einen Streit.
Weiterlesen »
Olympiasiegerin neue Chefin der Eishockey-FrauenNach dem Streit zwischen Spielerinnen und Verband stellen sich die Eishockey-Frauen neu auf. Olympiasiegerin Gina Kingsbury ist neue Chefin.
Weiterlesen »
August Wöginger übernimmt neue Aufgaben in der ÖVP-BundesparteiAugust Wöginger übernimmt trotz seiner Verurteilung wegen Anstiftung zum Amtsmissbrauch neue Funktionen in der ÖVP. Er koordiniert künftig die Betreuung der rund 600.000 Parteimitglieder und wurde erneut zum stellvertretenden Klubobmann gewählt. Die Partei betont seine langjährige Erfahrung und Nähe zu den Funktionären. Wöginger bleibt zudem Sozialsprecher, wobei seine finanzielle Entschädigung für die neue Aufgabe unklar bleibt.
Weiterlesen »
