An der KI führt (fast) kein Weg mehr vorbei

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Schon zwei von drei Österreichern setzen in ihrem Alltag auf Künstliche Intelligenz. Und: Wir offenbaren ihr immer öfter unsere Sorgen und Ängste. ...

Schon zwei von drei Österreichern setzen in ihrem Alltag auf Künstliche Intelligenz. Und: Wir offenbaren ihr immer öfter unsere Sorgen und Ängste. Bei einer Studie im Jahr 2024 sah die Sache noch ganz anders aus ...

Dass sie gekommen ist, um zu bleiben, überrascht wenig. Mit welch rasantem Tempo sie sich jedoch in unseren privaten und beruflichen Alltag eingeschlichen, schon eher. Der Vergleich macht sicher: Im Frühsommer 2024 gab die „Krone“ erstmals eine großangelegte Umfrage rund um das Thema Künstliche Intelligenz in Auftrag. Der Titel der Geschichte lautete damals: „Fast jeder dritte Österreicher nutzt KI“ – nur zwei Jahre später muss es heißen: „Zwei von drei Österreichern nutzen KI.

“ Für die aktuelle Umfrage hat das Umfrage-Institut über die Plattform feedbk.ai mit mehr als 1000 Österreicher ab 16 Jahren Interviews geführt und die zentralen Fragen von 2024 wiederholt: „Die Nutzung hat sich verdoppelt. Künstliche Intelligenz ist vom Nischenwerkzeug zum Alltagsbegleiter geworden“, hält Studienleiterin Nadine Ejupi fest. Was sich ebenfalls geändert hat: War KI vor zwei Jahren noch eher ein Männerthema, nutzen sie Frauen heute gleichermaßen. Geblieben sind zwei Unterschiede, nämlich das Alter und die Bildung.

Von den unter 30-Jährigen verwenden 78% KI, von dem Über-50-Jährigen nur 53%. Und wer Matura hat, interagiert mit ChatGPT, Claude, Gemini & Co. deutlich häufiger als jemand ohne. Das Urteil darüber, wo KI hingehört, ist seit 2024 fast unverändert: In der Arbeitswelt halten acht von zehn Österreicher ihren Einsatz für sinnvoll, bei Gerichtsurteilen sagen hingegen 75% nein.

„Die Menschen haben KI ins Büro gelassen, aber nicht auf den Richterstuhl“, bringt es die Studienleiterin auf den Punkt. Ein Wert aber ist deutlich gestiegen – und er ist der eigentliche Preis des Booms: Die Sorge vor Jobverlust ist von 31 auf 44 % geklettert ! Das heißt: Menschen tun Künstliche Intelligenz nicht mehr als „Spielzeug“ ab, „sondern sehen tagtäglich auf dem Bildschirm, was die Programme alles können“, so Ejupi.

Ein Umstand, der wohl nicht zu einer Steigerung des Selbstbewusstseins beiträgt. Wie berichtet, ist Künstliche Intelligenz für viele längst mehr als ein bloßes Werkzeug geworden. Die neue „Krone“-Umfrage zeigt, wie persönlich der Kontakt inzwischen geworden ist: Fast zwei Drittel haben bereits mit einer KI über Intimes gesprochen. Am häufigsten geht es dabei um Gesundheit , gefolgt von Beruf und Ausbildung sowie Geld und Finanzen .

Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei jungen Österreichern. Denn unter 30-Jährige sprechen mit der KI oft über psychische Belastungen, Sorgen oder Einsamkeit. Und die Hemmschwelle dem Chatbot Geheimnisse zu verraten sinkt offenbar: 18 Prozent der Befragten geben an, einer KI bereits etwas erzählt zu haben, das sie einem Menschen so nicht erzählt hätten. Aber warum?

Wer KI leichter als Menschen persönliche Dinge anvertraut, nennt vor allem die vermeintliche Distanz und fehlende Bewertung. Wie weit die Nutzung geht, zeigt auch eine andere Zahl: Elf Prozent haben KI bereits in einer Situation verwendet, in der das nicht erlaubt war. Besonders für junge Menschen ist das verlockend. Ein Befragter schildert etwa: „Während meines Studiums durfte ich keine KI verwenden.

Aber ich habe sie trotzdem genutzt, weil sie mir bei Geschwindigkeit und Qualität meines Studiums einen Vorteil verschaffte.

“ Studienleiterin Nadine Ejupi fasst zusammen: „Für die Jungen ist KI kein Werkzeug mehr, das man auch weglegen könnte. Sie ist Teil des Alltags.

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