Amelia Earhart: Neue Expedition sucht Taraia-Objekt im Südpazifik

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Amelia Earhart: Neue Expedition sucht Taraia-Objekt im Südpazifik
Amelia Earhart, Taraia-Objekt, Nikumaroro

Eine neue Expedition startet am Samstag in den Südpazifik, um das Taraia-Objekt zu untersuchen, das mit dem verschwundenen Flugzeug von Amelia Earhart in Verbindung gebracht wird.

Am Samstag startet eine neue Expedition in den Südpazifik, um das Rätsel um das Verschwinden der US-Pilotin Amelia Earhart zu lösen. Die Expedition konzentriert sich auf das auf Satellitenbildern entdeckte Taraia-Objekt, das an Earharts Flugzeug erinnert. Earhart wollte mit ihrer Lockheed Electra 10E die Welt umrunden und verschwand am 2. Juli 1937 über dem Pazifik.

Neue Expedition zum Taraia-Objekt

Das Taraia-Objekt wurde erstmals 2015 nach einem Wirbelsturm in der flachen Lagune des Nikumaroro-Atolls im pazifischen Inselstaat Kiribati auf Satellitenbildern entdeckt. Benannt ist es nach der dortigen Taraia-Halbinsel. Seit den 1980er Jahren vermuten viele Wissenschaftler, dass Earhart dort notlanden musste und das Wrack auf oder rund um die Insel zu finden sein könnte.

17 Forscher der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana unter der Leitung von Richard Pettigrew, Chef der gemeinnützigen Organisation Archaeological Legacy Institute (ALI), wollen das Gebiet mit Bildern und Videos dokumentieren, den Meeresboden erkunden und das Taraia-Objekt mit einer hydraulischen Saugvorrichtung freilegen. Erst in einer weiteren Mission sollen allfällige Wrackteile geborgen und wissenschaftlich analysiert werden. Die mehrere Jahre vorbereitete Expedition hätte schon im vergangenen Jahr starten sollen, wurde aber aufgrund von logistischen Hürden und fehlender Genehmigungen verschoben.

Hintergrund zu Earharts letztem Flug

Die Insel Nikumaroro, rund 3.000 Kilometer südlich von Hawaii, liegt auf der Route, die die damals 39-jährige Earhart und ihr Navigator Fred Noonan für ihre Erdumrundung gewählt hatten. Drei Viertel der Strecke – ausgehend von den USA über Brasilien, Westafrika, Indien nach Papua-Neuguinea – hatten sie bereits zurückgelegt. Mehrmals mussten sie landen, um zu pausieren und aufzutanken. Eigentlich hatte Earhart eine Zwischenlandung auf der Howard-Insel geplant.

Das Bureau of Air Commerce, Vorgänger der US-Flugaufsichtsbehörde (FAA), unterstützte Earhart bei den Vorbereitungen auf die Erdumrundung. Dass sie bei dem Atlantikflug 1928 nur Passagierin war, obwohl sie bereits seit sechs Jahren selbst eine Fluglizenz hatte, verärgerte Earhart. Für Furore sorgte sie dennoch, war sie doch immerhin die erste Frau, die über den Atlantik flog. Als erste Frau erhielt Earhart das Distinguished Flying Cross – überreicht vom damaligen US-Vizepräsidenten Charles Curtis. Das Ziel Paris erreichte Earhart bei ihrem Soloflug über den Atlantik aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht. Sie wurde aber nach ihrer Landung in Nordirland begeistert empfangen. Für den Atlantikflug wurde sie von US-Präsident Herbert Hoover mit der Goldmedaille der National Geographic Society ausgezeichnet. Der Verleger George Putnam galt als finanzieller Unterstützer und Mentor Earharts. 1931 willigte sie nach langem Werben Putnams in eine Heirat ein.

Den ersten Versuch der Erdumrundung im März 1937 musste Earhart wegen eines Startunfalls schon in Hawaii abbrechen. Wenige Wochen später startete sie das Projekt erneut. In ihrem letzten empfangenen Funkspruch hatte die Pilotin aber mitgeteilt, diese Insel nicht zu finden und kaum noch über Treibstoff zu verfügen. Vermutungen zufolge könnte die Howland-Insel damals auf dem Kartenmaterial falsch eingezeichnet gewesen sein. Auch die Datumsgrenze dürfte die Navigation erschwert haben. Die US-Regierung hatte nach ihrem Verschwinden eine riesige Suchaktion ausgelöst, diese aber nach rund zwei Wochen erfolglos eingestellt. 1939 wurde Earhart von einem Gericht in Kalifornien für tot erklärt, Noonan bereits wenige Monate zuvor im Juni 1938.

Frühere Funde und offene Fragen

Seit mehreren Jahrzehnten versuchten unterschiedliche Expeditionen, das Rätsel um das Verschwinden von Earhart und ihrem Navigator Noonan zu lösen. Mythen ranken sich um das Verschwinden des Flugzeugs. Bis heute ist ungeklärt, was mit dem Flugzeug sowie Earhart und ihrem Begleiter passierte. Erst im vergangenen Jahr gab US-Präsident Donald Trump sämtliche Regierungsakten über Earhart frei und ließ diese veröffentlichen.

2007 hatte die Internationale Gruppe zur Bergung historischer Flugzeuge (TIGHAR) auf der Insel Nikumaroro Knöpfe, den Reißverschluss einer Fliegerjacke und den Spiegel einer Puderdose geborgen. Deren Angaben zufolge waren das Gegenstände, die in den 1930er Jahren in den USA hergestellt worden seien. Diese Funde wurden aber nie eindeutig belegt. Die Forscher der Gruppe gehen davon aus, dass Earharts Flugzeug auf der damals unbewohnten Insel gelandet sein könnte und sie und ihr Navigator möglicherweise noch einige Zeit auf der Insel überlebt haben könnten. Dieser Theorie zufolge wurde das Flugzeug ins Meer gespült. 2018 unterzog der US-Anthropologe Richard Jantz 1940 auf der Insel gefundene Knochen einer neuen Untersuchung.

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