53 Milliardäre in Österreich: Vermögen steigt trotz globaler Spannungen

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53 Milliardäre in Österreich: Vermögen steigt trotz globaler Spannungen
Vermögen, Milliardäre, Zollkonflikt

Das Vermögen der 100 reichsten österreichischen Familien ist im Jahr 2025 leicht angestiegen, wobei die Anzahl der Milliardäre auf 53 geklettert ist. Trotz der durch Donald Trump ausgelösten Zollkonflikte und steigende Energiepreise aufgrund des Angriffs auf dem Iran, haben die Superreichen ihre Verluste durch positive Entwicklungen an den Aktienmärkten ausgeglichen.

Im aktuellen Vermögen sranking des „trend.

“ finden sich 53 Milliardäre. Das sind zwei mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt konnten die 100 reichsten Familien ihr Vermögen im Jahr 2025 leicht steigern. Für viele Superreiche waren die vergangenen zwölf Monate allerdings herausfordernd.

Der von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Zollkonflikt und steigende Energiepreise infolge des Angriffs auf den Iran belasteten die Unternehmen. Dadurch sank teilweise auch der Wert jener Firmen, die den größten Teil des Vermögens ausmachen. Die weltweiten Aktienmärkte zeigten sich von diesen Belastungen jedoch weitgehend unbeeindruckt und legten deutlich zu. Laut Private Bankern stieg das Finanzvermögen im Schnitt um rund acht Prozent.

Damit konnten die Verluste bei Unternehmenswerten vielfach ausgeglichen werden. Immobilien verteuerten sich in Österreich hingegen nur um etwa zwei Prozent. Auch die Vermögensverteilung in Österreich hat sich kaum verändert. Das Nettovermögen der Gesamtbevölkerung – also Finanz- und Sachvermögen abzüglich der Schulden – überschritt 2025 erstmals die Marke von zwei Billionen Euro.

Mit einem Plus von acht Prozent erreichte es insgesamt 2073 Milliarden Euro. Die reichsten fünf Prozent der Haushalte besitzen weiterhin 53 Prozent dieses Vermögens. Der Anteil der ärmeren Hälfte der Bevölkerung blieb mit 3,7 Prozent nahezu unverändert. Die reichsten fünf Prozent der österreichischen Haushalte vereinen 53 Prozent des gesamten Vermögens auf sich.

Etwas stärker als erwartet konnte neben der absoluten Spitze auch der untere Mittelstand zulegen. Gemeint ist das sechste Dezil – jene zehn Prozent der Haushalte, die direkt über den unteren 50 Prozent liegen. Das durchschnittliche Nettovermögen pro Einwohner beträgt in Österreich gut 230.000 Euro. Zum Vergleich: Das Vermögen von Mark Mateschitz ist ungefähr 162.000-mal so groß.

Weltweit stieg das Nettovermögen 2025 um 9,3 Prozent und erreichte damit erneut einen Höchststand.

„2025 war eines der besten Jahre seit Langem“, sagt Michael Kahlich, Co-Autor des BCG-„Global Wealth Report“. Das Finanzvermögen erhöhte sich trotz geopolitischer Spannungen um 10,7 Prozent. Das war der stärkste Zuwachs seit 2021. Als wichtigste Faktoren nennt Kahlich das Wirtschaftswachstum, die Sparquote und die Entwicklung der Aktienmärkte.

Für die kommenden Jahre rechnet die Boston Consulting Group allerdings mit einem geringeren Wachstum. Bis 2030 wird weltweit ein durchschnittlicher Anstieg von 6,6 Prozent pro Jahr erwartet, für Österreich 5,7 Prozent. Zu den großen Aufsteigern im Ranking zählt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Der weltweite Formel-1-Boom und der gestiegene Wert der Rennställe haben auch sein Vermögen wachsen lassen.

Wolff besitzt 35 Prozent am Mercedes-Formel-1-Team. Der 54-jährige Österreicher überschritt mit seinem Vermögen inzwischen die Marke von zwei Milliarden Euro. Nach deutlichen Verlusten in den vergangenen drei Jahren hat auch Investor Michael Tojner wieder an Vermögen gewonnen. Grund dafür ist unter anderem die Entwicklung des Kupferspezialisten Asta Energy, an dem er mehr als die Hälfte hält.

Das Unternehmen profitiert von der Energiewende und dem steigenden Strombedarf. Nach dem Börsengang liegt die Marktkapitalisierung bei knapp einer Milliarde Euro. Zusätzlich legten Tojners Beteiligungen an Montana Aerospace und dem Auktionshaus Dorotheum zu. Gemeinsam mit seinem umfangreichen Immobilienbesitz kommt Tojner wieder auf ein Vermögen von rund 1,7 Milliarden Euro.

Einige frühere Milliardäre schieden durch ihren Tod oder eine Insolvenz aus dem Ranking aus. Gleichzeitig rücken neue Namen nach. Einen der größten Exits in der österreichischen Start-up-Geschichte gab es im Bereich der KI-gestützten Physiksimulation. Das Linzer Unternehmen Emmi AI aus dem Umfeld des Universitätsprofessors Sepp Hochreiter wurde für kolportierte 330 Millionen Euro vom französischen KI-Unternehmen Mistral übernommen.

Die Gründer Johannes Brandstetter, Dennis Just und Miks Mikelsons hielten gemeinsam rund 50 Prozent an Emmi AI. Bei der Übernahme dürften sie neben Bargeld auch Anteile an Mistral erhalten haben. Sollte es zu einem Börsengang kommen, könnte ihnen damit ein weiterer großer finanzieller Gewinn bevorstehen. Auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz ist bereits im Ranking vertreten.

Sollte er in die Politik zurückkehren, wäre er der bislang reichste Kanzler Österreichs. Das Ranking berücksichtigt verschiedene Formen von Vermögen. Dazu zählen unter anderem Stiftungsvermögen, wie es etwa bei den Familien Porsche und Piëch vorkommt, sowie Erbschaften, Unternehmensbeteiligungen, Geldvermögen, Immobilien und Wertpapiere. Für die Berechnung greift der „trend“ auf langjährige eigene Erhebungen und zusätzliche Quellen zurück.

Dazu gehören unter anderem Daten von Bloomberg und „Forbes“ sowie Einschätzungen von Immobilienexperten und Privatbanken. Bei börsennotierten Unternehmen wird der Wert der Beteiligungen berechnet. Bei nicht börsennotierten Firmen werden Umsatz oder Gewinn mit branchenüblichen Bewertungsfaktoren hochgerechnet. Trotz der umfangreichen Recherchen handelt es sich bei den Angaben letztlich um Schätzungen, wie das Wirtschaftsmagazin „trend. “ abschließend anführt.

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