Verbindungsbahn Wien: ÖBB starten Großprojekt für bessere West-Ost-Verbindung, neue Stationen und mehr Takt. Fertigstellung bis 2036 geplant.
In Wien startet eines der größten Bahnprojekte der kommenden Jahre: Die ÖBB haben am Freitag den offiziellen Baustart für die Attraktivierung der Verbindungsbahn gefeiert. Bis 2036 wird die fünf Kilometer lange Strecke umfassend modernisiert.
Ziel ist eine deutlich bessere West-Ost-Verbindung durch Wien. Nach Abschluss der Arbeiten soll die S80 künftig im 15-Minuten-Takt fahren – doppelt so häufig wie bisher. Zwei neue Haltestellen bei der Hietzinger Hauptstraße und der Stranzenbergbrücke sowie die modernisierte Station Wien Speising sollen das Angebot verbessern. Rund 20.000 zusätzliche Ein- und Aussteiger pro Tag werden laut ÖBB erwartet.
Für das Projekt werden rund 511,5 Millionen Euro investiert. Neben den neuen Stationen sind auch Lärmschutzmaßnahmen, neue Radverbindungen und sichere Querungen geplant. Sechs Eisenbahnkreuzungen werden aufgelassen und durch barrierefreie Unterführungen ersetzt. Dadurch sollen auch Wartezeiten an den Schranken wegfallen.
"Die Verbindungsbahn ist ein zentraler Baustein für ein leistungsfähiges und klimafreundliches Mobilitätsangebot in Wien. Mit diesem Ausbau schaffen wir mehr Kapazität auf der Schiene, bessere Verbindungen und ein attraktiveres Angebot für die Fahrgäste. Der Bund investiert dort, wo öffentliche Mobilität jeden Tag gebraucht wird", sagt Verkehrsminister Peter Hanke . Mobilitätsstadträtin Ulli Sima verweist auf das lange Genehmigungsverfahren:"Nach einem fünfjährigen Behördenverfahren, davon über 3,5 Jahre im Rechtsmittelverfahren, können wir heute endlich mit dem Bau beginnen.
Die Verbindungsbahn bringt mehr Kapazität, eine Entlastung bestehender Öffi-Linien und eine attraktive West-Ost-Verbindung quer durch die Stadt. Gleichzeitig schaffen wir entlang der Strecke neue Radwege, mehr Grünraum und sichere Querungen für Fußgänger und Radfahrer.
" Auch bei NEOS-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner ist die Freude über den Spatenstich groß. Das Projekt verknüpft künftig fünf U-Bahn-Linien:"Die modernisierte Trasse bringt kürzere Intervalle, mehr Kapazitäten und eine verlässliche Anbindung.
"Während Stadt und ÖBB den Baustart als wichtigen Schritt für den öffentlichen Verkehr feiern, kündigt die Hietzinger ÖVP an, die Bauarbeiten kritisch zu begleiten. Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl fordert, dass sämtliche Auflagen zum Anrainer- und Umweltschutz eingehalten werden. . Kritik gibt es unter anderem an der geplanten Hochlage der Trasse sowie an der Auflassung der Bahnübergänge in der Veitingergasse und Jagdschloßgasse.
"Wir hätten uns in wesentlichen Punkten andere und bürgernähere Lösungen gewünscht", so Gemeinderat Michael Gorlitzer. Die ÖVP will zudem rund um die neue Hochtrasse möglichst viel Grün schaffen. Unter anderem wird ein Park zwischen Bossigasse und Hummelgasse gefordert. Die Bauarbeiten werden in drei Abschnitten durchgeführt und sollen bis 2036 dauern. Die ÖBB kündigen währenddessen laufende Informationen für Anrainer und Fahrgäste an.
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