50 Jahre Arena: Claus Oistric blickt mit Punk-Buch auf Geschichte zurück

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50 Jahre Arena: Claus Oistric blickt mit Punk-Buch auf Geschichte zurück
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Claus Oistric veröffentlicht mit "Drüben im Dritten" ein neues Buch über die 50-jährige Geschichte der Wiener Arena aus der Perspektive des Punks. Das Kulturzentrum, ursprünglich als Provisorium im St. Marxer Schlachthof gegründet, hat sich zu einer internationalen Spielstätte entwickelt und bewahrt seinen niederschwelligen Charakter trotz kommerzieller Auftritte.

Mittelfinger, aber lieb gemeint: Claus Oistric erzählt mit seinem neuen Buch „Drüben im Dritten“ die Geschichte der Arena aus der Perspektive des Punk. Die Wiener Institution feiert heuer ihren 50er.

„Wichtig ist, dass die Arena ein sehr niederschwelliger Ort bleibt, wo die Leute leicht selbst Musik machen können“, sagt Autor Claus Oistric, hier im Café Weidinger. Die Arena, die heutzutage vornehmlich als musikalisches Areal genutzt wird, ist tatsächlich 50 Jahre alt. Darüber wundern sich wohl nicht nur jene, die damals den Auslandsschlachthof in St. Marx besetzten, sondern auch die Akteure der damaligen Kommunalpolitik. Die Protagonisten der ersten Stunde lehnten das von der Stadt Wien angebotene Ersatzareal des Inlandsschlachthofs mehrheitlich ab.

Ein kleiner Kreis akzeptierte und so wurde jenes Kultur- und Kommunikationszentrum daraus, das wir heute kennen. Aus einem Provisorium, das den Druck aus dem Generationenkonflikt nehmen sollte, wurde eine solide Dauereinrichtung. Wasstartete, schmiegte sich letztlich an die Bedürfnisse kommerzieller Veranstalter an. Mehrere Umbauten waren nötig, um die Arena zu jener auch international geschätzten Spielstätte zu machen, die sie heute ist.

Claus Oistric hat mit „Drüben im Dritten“ nun ein Buch über die Geschichte der Arena verfasst, in dem er aus der Perspektive des Punks berichtet.

„Das Besondere an diesem Ort ist, dass er durch die Vielfalt der Ereignisse auf unterschiedlichste Weise erlebt werden kann“, sagt er. „Mein Punk-Zugang ist eine Möglichkeit. Es gäbe noch viele andere.

“ Dass in diesem roten Ziegel-Idyll auch Kommerzler wie Katy Perry und Robbie Williams schon ihren Auftritt hatten, kratzt kaum am progressiven Selbstverständnis des Vereins, der die Arena betreibt. Einzig das Konzert der Mundart-Kombo Die Seer vermag das penibel gepflegte Image der Devianz doch zu erschüttern. Wie ist das mit einem wilden, die Normen sprengenden Selbstbild zu vereinen?

„Den lupenreinen Punk-Gedanken muss man da nicht haben“, wiegelt Oistric ab. „Wichtig ist, dass die Arena ein sehr niederschwelliger Ort bleibt, wo die Leute leicht selbst Musik machen können. Hier hast du ein Publikum. Wenigstens in den kleinen Räumen.

Du kannst dich hochspielen. Das beste Beispiel sind Bilderbuch. Die haben im Arena-Beisl angefangen.

“ Erstaunlich ist, dass die erste Wiener Open-Air-Bühne für Popmusik aus einer Initiative eines „Internationalen Sozialistischen Jugendtreffens“ heraus entstanden ist. Das war der Beginn der legendären Schulschluss-Open-Airs mit Drahdiwaberl in der Arena. Oistric hat für seine Erzählung die Form der Oral History gewählt und legendäre Protagonisten mit markanten Spitznamen wie Panza, Tschuri, Mutti, Malus und Glaubnix vor sein Mikrofon geholt. Oistric: „Ich mache keine klassischen Interviews.

Ich rege an und lasse die Menschen reden.

“ Eine Plauderbegegnung im Backstagebereich der Arena verlief dennoch nach konventionellen Maßstäben, jene mit Patti Smith. „Die Arena hat eine spirituelle Note. Sie hat Humor und auch eine gewisse politische Dimension, ohne aber einer Ideologie verbunden zu sein. Es ist einfach die Politik der Liebe“, schwärmt sie.

Hippies und Punks, eigentlich Antipoden, waren einander in der Arena immer freundlich gesinnt. Oistric selbst, wiewohl sein zart brachialer Musikgeschmack zwischen Metal und Punk irrlichtert, ist von stillem Wesen. Prägend war für ihn seine Zeit in Großbritannien. Tagsüber malochte er in einem Chemiebetrieb, danach delektierte er sich an Fußball und Konzerten in Pubs.

„Es ist die Energie, die mich an Metal und Punk so reizt. Sie wirkt belebend. Die Kraft und die Do-it-yourself-Attitüde von Punk habe ich sofort ins Herz geschlossen.

“The Exploited war die erste Punk-Band, die er in der Arena live gesehen hat. Selbst hat er sich auch an der Musik versucht.

„Ich spiele Gitarre und singe, aber das eigene Talent genügte meinen Ansprüchen nicht. “ Im Brotberuf arbeitet der 45-Jährige im Karl-Renner-Museum in Gloggnitz. Punk, der für ihn gleichbedeutend mit dem „ausgestreckten Mittelfinger“ ist, ist heute vornehmlich Gegenstand von Büchern, die er schreibt. Sein Debüt war „Als der Vorhang fiel – Punk im Wien der 90er““.

Nun hat er sich dem Punk in der Arena verschrieben. Dass gleichzeitig mit „Die Arena – eine Wiener Geschichte“ ein zweites Buch zum Thema geschrieben wurde, beschreibt Oistric als „herausfordernd“.

„Dass die Autorin einen anderen Zugang hat, ahnte ich. Gewissheit hatte ich aber nicht. Ich habe einfach darauf losgearbeitet.

“ Das Ergebnis schenkt selbst jenen neue Einblicke, die glauben, schon alles zu kennen. Claus Oistric ,1981 in Hainburg geboren und aufgewachsen.

„Drüben im Dritten“ Buchpräsentationen: 9.10. in der Arena Wien mit Konzerten von The Kids, Baits und Bad Weed (Tickets:

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