50 Jahre Aardman: Shaun das Schaf lehrt Monster das Fürchten

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50 Jahre Aardman: Shaun das Schaf lehrt Monster das Fürchten
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50 Jahre gibt es das englische Trickfilmstudio Aardman Animations bereits – und noch immer setzt man auf Stop-Motion-Technik mit Knetmassefiguren. Das brachte bereits Oscars für „Wallace & Gromit“ und „Chicken Run“. Nun schickt man Shaun das Schaf zum dritten Mal auf die große Leinwand.

50 Jahre gibt es das englische Trickfilmstudio Aardman Animations bereits – und noch immer setzt man auf Stop-Motion-Technik mit Knetmassefiguren. Das brachte bereits Oscars für „Wallace & Gromit“ und „Chicken Run“.

Nun schickt man Shaun das Schaf zum dritten Mal auf die große Leinwand. Pünktlich zu Halloween soll der Gruselspaß Groß und Klein abholen. Das erfinderische Schaf Shaun hatte seinen ersten Auftritt im animierten Kurzfilm „Wallace & Gromit – Unter Schafen“ von Nick Park, der 1996 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Die eigene TV-Serie von Shaun mit kurzen Episoden hat mittlerweile etliche Staffeln. 2015 folgte der erste Kinofilm „Shaun das Schaf – Der Film“ und 2019 „Shaun das Schaf – UFO-Alarm“.

Mittlerweile ist Shaun der größte Star der in Bristol ansässigen Produktionsfirma. Kein Wunder also, dass man zum 50. Jubiläum auf das Schaf setzt. Der Plot ist für „Shaun“-Fans nicht ganz überraschend: Es beginnt mit einem Ungeschick des immer tollpatschigen Farmers, der die Kürbisernte vernichtet und damit das bevorstehende Halloween-Fest für die Schafherde und Hirtenhund Bitzer gefährdet.

Doch Shaun wäre nicht Shaun, wenn er das Problem nicht originell lösen könnte: Er mutiert zum verrückten Professor und entwickelt Riesenkürbisse. Doch die Technologie hat – kleiner Wink mit dem Zaunpfahl auf aktuelle Debatten – auch Risiken: So verschwindet der in eine Tierärztin unglücklich verliebte Farmer mit Haarverlustproblemen plötzlich – und ein zotteliges Monster taucht im Ort Mossingham auf.

Der Film kommt wie die Serie und die Vorgänger ohne Sprache und Dialoge aus – stattdessen gibt es eine wilde Achterbahnfahrt aus klug gesetzten Pointen und Ideen – und auch ein bisschen Grusel. Vor allem setzt man als Gegenentwurf zu seelenloser KI-Animation auf liebevoll gestaltete Details in dem von Hand gedrehten Film: Rund 30 Filmanimatoren arbeiten im Studio in Bristol an mehr als 40 Sets.

Für jedes Einzelbild werden die Knetmassefiguren bewegt und verändert. 24 Bilder werden pro Filmsekunde aufgenommen, jeder der Animatoren produziert damit zwei Sekunden Filmmaterial pro Tag. Dass Aardman-Filme auch für Erwachsene funktionieren, liegt nicht nur am gewitzten Humor: Immer wieder tauchen popkulturelle Referenzen auf – vor allem aus der Filmwelt. Auch sanfte politische Anspielungen dürfen nicht fehlen.

Running Gag ist außerdem eine komplizierte und jenseitige Maschine für das Erledigen von Alltäglichem, eine Idee die auf den britischen Karikaturisten Heath Robinson zurückgeht, dessen Name als Synonym für nutzlose Maschinen Eingang in die englische Sprache fand. Man achte aber darauf, in eingebauten Anspielungen auch das internationale Publikum zu bedienen, sagte Koautor Giles Pilbrow dem „Guradian“. Denn „Shaun“ ist mittlerweile zur globalen Marke geworden: Weltweit gibt es Themenparks, etwa in Schweden, Japan und Neuseeland.

Der große Erfolg von Aardman hatte sich in den ersten Jahren nicht sofort abgezeichnet. Die Schulfreunde Peter Lord und David Sproxton gründeten 1979 das Studio in Bristol als „Hinterhofprojekt“. Ihre erste Figur war Morph, ein terrakottafärbiges Mäxchen, das erst viel später für Erfolg sorgen sollte.

Es blieb zunächst bei ein paar Werbefilmen und Kurzfilmen für das BBC-Kinderprogramm. 1985 stieg Park ein – und mit ihm kam der Erfolg, wenn auch auf verschlungenen Wegen: Aardman steuerte Knetfiguranimationen für Peter Gabriels bahnbrechendes Musikvideo zu 1989 folgte dann „Creature Comforts“: ein Kurzfilm, in dem Londoner Zootiere über ihre Lebenssituation „interviewt“ wurden, gesprochen von Laiendarstellern. 1991 gewannen Park und Aardman dafür einen Oscar, die Idee ging später in Serie. Ebenfalls 1989 erschien der erste „Wallace & Gromit“-Kurzfilm „Alles Käse“ .

Der britische Erfinder und sein Hund wurden zu den Aushängeschildern des Studios. Es folgten 1993 „Wallace & Gromit – Die Techno-Hose“ und 1995 „Wallace & Gromit – Unter Schafen“ . Für beide Kurzfilme gab es einen Oscar, ebenso für den ersten Kinofilm des Duos „Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“ im Jahr 2005.

Beim zweiten Langfilm „Wallace & Gromit – Vergeltung mit Flügeln“ 2024 blieb es bei der Oscar-Nominierung. Schon lange davor feierte das Studio seinen kommerziell größten Erfolg: In Kooperation mit DreamWorks Pictures wurde „Chicken Run – Hennen rennen“ der erfolgreichste Stop-Motion-Animationsfilm aller Zeiten. Begonnen hatte die Zusammenarbeit mit einem Treffen mit Steven Spielberg, erzählte Lord heuer der BBC.

Dem habe man erklärt, man wolle eine Art Version von „Gesprengte Ketten“, des Filmklassikers über einen Kriegsgefangenenausbruch mit Steve McQueen, drehen – nur mit Hühnern. Spielberg sagte zu.

„Chicken Run“ gewann keinen Oscar, weil es dafür keine Kategorie gab. Erst 2002 wurde in Reaktion auf den Erfolg der Preis für den besten animierten Spielfilm erstmals vergeben. Gefeiert wird das 50-Jahre-Jubiläum nicht nur mit Shaun: Das Filmcasino in Wien widmet Aardman noch bis 4. Oktober einen Schwerpunkt.

Und in London widmet sich eine Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum dem Schaffen des Studios. Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.

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