300.000 Euro Spenden gesammelt: Was Renate Zierler antreibt

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300.000 Euro Spenden gesammelt: Was Renate Zierler antreibt
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Bernadette Bayrhammer (*1984) schreibt seit 2009 für die „Presse“, aktuell im Wien-Ressort über eine breite Vielfalt an Themen, unter anderem Kulinarik und Gastronomie. Ist co-verantwortlich für die Essen&Trinken-Seiten in der „Presse am Sonntag“.

Hauptberuflich Pflegekraft, hobbymäßig Köchin mit TV-Erfahrung, ist Renate Zierler seit bald zehn Jahren für den guten Zweck unterwegs. Für die Krebshilfe tischt künftig auch ein besonderes Wiener Lokal ein Gericht auf.

Renate Zierler feierte mit ihrer Familie Weihnachten, als ihr Bruder meinte, warum sie als passionierte Köchin, die so viele großartige Gerichte nachkoche, sich nicht einmal den kulinarischen Kindheitserinnerungen widme: Die würden jeden ansprechen, da habe jeder eine Geschichte dazu.

„Das hat mich irgendwie beschäftigt, als ich schlafen gegangen bin“, erzählt sie. „Und in der Früh bin ich aufgestanden und hab zu meinem Mann gesagt: Ich habe eine zündende Idee. Und mein Mann sagt: Nein, nicht schon wieder! Um Gottes willen.

“ Man kann ihm den fehlenden Enthusiasmus wahrscheinlich nicht ganz verdenken: Denn seine 56-jährige Frau gibt dem Wort umtriebig wahrlich eine neue Dimension. Hauptberuflich Pflegekraft am LKH Graz, ist sie außerdem Jägerin, Falknerin und Kräuterpädagogin, sie betreibt einen Kochblog, ist bereits in der TV-Show „Küchenschlacht“ und bei „Kochgiganten“ aufgetreten, gewann in Graz das „Perfekte Dinner“ – und hat bisher, wie sie sagt, mehr als 300.000 Euro Spenden für den guten Zweck gesammelt.

Vorrangig mit der Idee, auf die sie in jener Weihnachtsnacht gekommen war. Nachdem Zierler bereits mit prominent besetzten Keksback- und verkaufsevents in Graz stolze Summen zusammengetragen hatte, startete sie ein ganzjähriges Format: Jeweils zwölf Restaurants in Österreich sollten kulinarische Kindheitserinnerungen präsentieren und damit Spenden zugunsten von SOS Kinderdorf sammeln. Sepp Schellhorn machte etwa Karfiol Polonaise, Jürgen Csencsits Marillenknödel, Stefan Eder Spagatkrapfen.

Fünf Jahre lang lief das Projekt – und seit mittlerweile bald zwei Jahren wird nun für die Österreichische Krebshilfe gesammelt. Weiter sind zwölf Restaurants pro Jahr beteiligt, jüngster Neuzugang: das Mochi in Wien. Wenn hier ab Oktober das Doraden-Sashimi mit Yuzu-Kosho-Marinade bestellt wird, geht ein Euro an die Krebshilfe.

„Mein Vater ist an Krebs verstorben“, sagt Mochi-Mastermind Eddi Dimant. „Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, Betroffenen und ihren Familien in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.

“Das Weiße Rössl am Wolfgangsee ist aktuell ebenfalls dabei, Adi Bittermann mit seiner Grillschule und das Lilli in Fehring, gemeinsam mit dem Hendlhof K&P. Davor haben auch schon – mit unterschiedlichen Modalitäten von Charity-Gerichten bis zu fixen Summen – Vitus Winkler vom Sonnhof, Klemens Gold vom Rau, das Kutsch, der Molzbachhof oder das Restaurant Goldader für die Krebshilfe gespendet: Letzteres machte einst den Auftakt, mit einem Kindheits-Karfiolgemüse, Handnockerln und Hendl. „Ich hab früher immer Licht ins Dunkel geschaut und das immer bewundert, wenn da so große Spendensummen hereinkamen“, sagt Zierler.

„Und ich hab mir gedacht, ich möchte auch ein Mal im Leben so eine Summe spenden dürfen. “ Woher diese Motivation kommt? „Ich glaube, das kommt irgendwo aus jedem heraus, dieses Bedürfnis zu helfen. Bei manchen mehr, bei manchen weniger.

Bei mir war es sehr ausgeprägt. Und das Soziale war immer da.

“ Auch in ihrer Familie ist das im besten Sinne alltäglich. „Ich habe zwei gesunde Kinder, eine außergewöhnlich liebenswerte Familie, die auch weiß, wie wichtig es ist, dass man sich gegenseitig stützt. Mein Bruder hilft mit seinem Betrieb oft unentgeltlich Menschen, der macht halt nichts Großes draus, meine Tochter ist neben dem Job Sanitäterin, mein Sohn bei der Feuerwehr. Das ist ganz üblich bei uns.

“ Und es sei ja nicht nur ein Geben, sagt Renate Zierler. „Wenn du was Gutes tust, kommt so viel Gutes zurück.

“ Auch ganz direkt, wenn sie wie zuletzt beim Auftakt-Event in Wien Mochi-Chef Eddi Dimant über die Schulter schauen kann und mit ihm fachsimpelt über seine Methoden, die Melone zu trocknen, die er im Sashimi verwendet hat – zukünftig wird es eine andere Frucht sein, vielleicht die Weintraube –, über Furikake und darüber, was er daheim am liebsten kocht . „Das ist ja auch sowas Tolles an der Geschichte“, sagt Zierler: „Dass man so viel dabei lernt.

“Außerdem ist ihre Charity-Arbeit auch eine Art Ausgleich zum Job an der Universitätsklinik für Strahlentherapie im LKH Graz. „Da bin ich auch oft so hilflos“, sagt sie. „Wenn ein Mensch vielleicht nur noch wenige Wochen vor sich hat, kann ich ihn nur begleiten, ich kann ihm nicht seine Last abnehmen oder ihn beschützen vor dem Weg, den er gehen muss. Hier, heute bin ich nicht hilflos, weil da kann ich wirbeln.

“ Unter anderem die Erfahrungen in ihrem Job haben dazu geführt, ihre Sammelaktion nun der Krebshilfe zu widmen. Zierler war übrigens nicht immer in diesem Beruf tätig.

„Ursprünglich war ich Floristin und Dekorateurin“, sagt sie. „Aber das Soziale hat irgendwie durchgeschlagen. “ sammelt seit Jahren für den guten Zweck. Ihr Projekt „Köche köchen für Kinder“ wurde Anfang 2025 zu „Köche kochen für die Krebshilfe“.

Jeweils zwölf Restaurants pro Jahr sind dabei, jüngster Neuzugang ist das Mochi in Wien. Alle teilnehmenden Restaurants sind online aufgelistet auf krebshilfe.net/koeche-kochen

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