3,8 Prozent: Inflation in Euro-Zone auf Dreijahreshoch

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Die hohen Energiepreise haben die Inflationsrate in der Euro-Zone auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,8 Prozent nach 3,2 Prozent im August, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

Die hohen Energiepreise haben die Inflationsrate in der Euro-Zone auf den höchsten Stand seit drei Jahren getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 3,8 Prozent nach 3,2 Prozent im August, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

In der Euro-Zone lag die Inflationsrate damit etwas höher als in Österreich, hier liegt der vergleichbare Wert bei 3,5 Prozent. Während der für Euro-Zone-Vergleiche ermittelte Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Österreich diesen Wert ausweist, ergab die Schnellschätzung der Statistik Austria für September eine Inflationsrate von 3,6 Prozent; im August hatte sie 3,2 Prozent betragen. Als Inflationstreiber werden von der Statistik Austria Treibstoff- und Heizölpreise genannt.

„Der Anstieg von 0,4 Prozentpunkten ist zur Gänze auf die gestiegenen Treibstoff- und Heizölpreise zurückzuführen. Energie insgesamt verteuerte sich im Jahresvergleich um 14,5 Prozent nach einem Plus von 9,9 Prozent im August“, so Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria. Der größte Beitrag zur Inflation sei weiterhin vom Dienstleistungsbereich gekommen .

Die Preise für Industriegüter stiegen um 0,7 Prozent, Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol verteuerten sich laut Schnellschätzung im September um 1,0 Prozent, nachdem sie im August um moderate 0,3 Prozent zugelegt hatten. Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt ein ähnliches Bild: So trieben die steigenden Preise für Heizen und Tanken die Inflation in Deutschland laut Eurostat auf eine Rate von 3,3 Prozent, etwas niedriger als die Inflationsrate hierzulande, aber in Deutschland der höchste Stand seit Ende 2023.

Auch für die Slowakei wird mit 3,1 Prozent ein geringerer Wert als für Österreich ausgewiesen. In allen anderen Euro-Zone-Nachbarländern Österreichs ist der Wert vergleichsweise höher: Für Italien meldete das EU-Statistikamt eine Inflationsrate von 4,1 Prozent, für Slowenien von 3,7 Prozent. Die niedrigsten Raten werden für Malta, Finnland und Lettland ausgewiesen, sie liegen allesamt unter drei Prozent. Den Spitzenwert im negativen Sinne verbuchte Litauen mit 6,1 Prozent.

Hinsichtlich der Inflationszahlen für Österreich verwies das Wirtschaftsministerium auf die in ganz Europa spürbare internationale Energiepreisentwicklung infolge geopolitischer Krisen.

„Diese externen Faktoren können wir nicht beeinflussen, aber wir handeln dort, wo wir national eingreifen können, etwa mit der Spritpreisbremse“, so Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer . Seit Donnerstag ist die neue Spritpreisbremse in Kraft, die vorläufig bis 30. November befristet ist. In den zwei Monaten soll der Spritpreis um zwölf Cent je Liter fallen.

Maßnahmen wie Spritpreisbremse, Mietpreisbremse, Sozialtarif Strom, Industriestrompreis und Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel hätten die Inflationsrate signifikant gedämpft, so SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer. Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank , Martin Kocher, wies darauf hin, dass die Kerninflation weiterhin niedriger sei.

„Insgesamt bleibt die September-Prognose der Nationalbank von durchschnittlich rund drei Prozent Inflation für das Gesamtjahr 2026 weiterhin aufrecht“, so Kocher. Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund begrüßen Maßnahmen wie die Spritpreisbremse zwar, sie würden aber bei Weitem nicht ausreichen. AK-Chefökonom Matthias Schnetzer sprach von einer „Trumpflation“, denn nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran schoss der Ölpreis in die Höhe – und mit ihm in der Folge die Preise für Treibstoff und Heizen.

Österreich müsse endlich unabhängig von fossiler Energie werden, so Schnetzer. Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB, forderte ein Maßnahmenpaket für Heizöl, Gas und Pellets, eine Preisbremse für öffentliche Verkehrsmittel sowie Versicherungs- und Bankgebühren. Harte Kritik an der gestiegenen Teuerung kam von der Opposition. Als „in Zahlen gegossenes Regierungsversagen“ kritisierte FPÖ-Klubobmann-Stellvertreterin und -Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch den neuerlichen Anstieg der Inflation.

Für Jakob Schwarz, Sprecher für Budget und Steuern der Grünen, zeigen die Zahlen, dass die Regierung bei der Inflationsbekämpfung auf dem Holzweg sei.

„Wirksamen Schutz vor den regelmäßigen Energiepreisschocks bietet nur sauberer, erneuerbarer Heimatstrom statt dreckiger, fossiler Energieträger. Aber genau da spart die Bundesregierung“, so Schwarz. Nicht alle Bilder konnten vollständig geladen werden. Bitte schließen Sie die Druckvorschau bis alle Bilder geladen wurden und versuchen Sie es noch einmal.

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