„26 Krieger“: Die Probleme des iranischen WM-Teams

Österreich Nachrichten Nachrichten

„26 Krieger“: Die Probleme des iranischen WM-Teams
Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Die Mannschaft kämpft nicht nur mit Visa für die USA und wurde nach Mexiko verbannt, ihr geht auch das Geld aus. Dazu kommt, dass manche Iraner ihr Team gerne verlieren sehen würden.

Die Mannschaft kämpft nicht nur mit Visa für die USA und wurde nach Mexiko verbannt, ihr geht auch das Geld aus. Dazu kommt, dass manche Iraner ihr Team gerne verlieren sehen würden.

Die iranische Fußball-Nationalmannschaft steht schon vor Beginn der Weltmeisterschaft beim Kriegsgegner USA unter Druck. Weil die US-Behörden den Sportlern der Islamischen Republik den Aufenthalt in Amerika verweigern, muss die iranische Mannschaft während des Turniers in Mexiko wohnen, obwohl ihre Gruppenspiele an der US-Westküste stattfinden. Das iranische Team wird von Geldmangel geplagt. Auch kann die Mannschaft nicht mit dem Rückhalt aller Landsleute rechnen.

Einige Oppositionelle hoffen auf Niederlagen für das Team, das ihnen als „Mannschaft des Regimes“ gilt. Andere drücken trotz allem ihrem Land die Daumen. Schon an früheren Fußball-Weltmeisterschaften nahmen Länder teil, die miteinander offiziell im Kriegszustand waren, etwa USA und Nordkorea beim Turnier 2010 in Südafrika. Im Kalten Krieg waren Begegnungen von Mannschaften aus Nato und Warschauer Pakt gang und gäbe.

Zum ersten Mal befindet sich nun aber der Gastgeber einer WM im Krieg gegen ein Gastland, wie die „New York Times“ meldete. Ausbaden müssen das die iranischen Fußballer. Die US-Regierung zwang sie zum Umzug ins mexikanische Tijuana an der Grenze zu den USA. Nicht einmal die Visa für ihre Gruppenspiele in den USA haben die Sportler bisher.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte, sein Ministerium prüfe die Anträge ganz genau, damit sich kein Anhänger der iranischen Revolutionsgarde ins Land schleiche. Proteste der Iraner beim Weltverband Fifa stießen bisher auf taube Ohren. Bei der WM-Vorbereitung mussten sich die Iraner neue Gegner für Freundschaftsspiele suchen, weil geplante Begegnungen – darunter ein Spiel gegen den Mitfavoriten Spanien – wegen des Krieges abgesagt wurden. Am Samstag will das „Team Melli“, wie die Iraner ihre Nationalmannschaft nennen, über Spanien nach Mexiko fliegen.

In der WM-Gruppe G warten Belgien, Ägypten und Neuseeland auf die Iraner, die in ihren bisher sechs WM-Teilnahmen noch nie über die Gruppenphase hinausgekommen sind. Der Krieg schadet dem iranischen Kader auch finanziell. Mehdi Taj, Vorsitzender des iranischen Fußballverbandes, sprach im Staatsfernsehen von Geldproblemen wegen des Absturzes der Landeswährung Rial gegenüber dem Dollar. Einige Verbandsvertreter werden zu Hause bleiben.

Ob Verbandschef Taj in die USA einreisen darf, steht nicht fest: Er arbeitete nach Medienberichten in der Vergangenheit für den Geheimdienst der Revolutionsgarde. Laut Berichten iranischer Oppositionsmedien wurde Taj bei einer Reise zum WM-Mitausrichter Kanada im Frühjahr nach wenigen Stunden wieder nach Hause geschickt. Offiziell lautet die iranische Linie, dass sich das „Team Melli“ von den Widrigkeiten nicht beeindrucken lässt. Regierung und Fußballverband verbreiteten im Internet ein aufmunterndes Video, in dem die Nationalspieler einzeln vorgestellt wurden.

Team und Betreuer seien hoch motiviert und gut vorbereitet, sagte Verbandssprecher Amir Mehdi Alavi. Irans Regime stellt die WM-Teilnahme als Teil der Auseinandersetzung mit den USA dar. Präsident Massud Peseschkian setzte seine Unterschrift auf ein Nationaltrikot mit der Nummer 168 – die Zahl der Kinder, die bei einem US-Luftangriff auf eine Schule im Süden Irans getötet wurden. Iranische Diplomaten verbreiteten auf X die Losung, die Islamische Republik schicke ein Aufgebot von „26 Kriegern“ zur WM.

Auch innenpolitisch dürfte die WM-Teilnahme des Iran diesmal genauso zum Politikum werden wie beim letzten Turnier in Katar vor vier Jahren, das kurz nach Niederschlagung eines landesweiten Aufstandes gegen die Kopftuchpflicht für Frauen stattfand. Damals bejubelten viele Iraner die Misserfolge ihrer Nationalmannschaft und beklatschten die sportlichen Niederlagen als Demütigung für das Regime.

„Fußball spaltet den Iran schon seit Jahren, und ich denke, dass es auch diesmal wieder so sein wird“, sagte der Iran-Experte Arash Azizi von der US-Universität Yale unserer Zeitung. Einige Oppositionelle werden nach seiner Einschätzung das „Team Melli“ unterstützen, weil sie es als Vertreter der iranischen Nation sehen, andere werden dem „Team des Regimes“ das Schlechteste wünschen.

Der Angriffskrieg von USA und Israel mache die Frage, ob man die Nationalmannschaft schmähen oder anfeuern solle, für die Iraner noch schwieriger, sagt der Iran-Experte Arman Mahmoudian von der Universität Florida. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerte er an die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die iranische Zivilisation auszulöschen. Kritik am „Team Melli“ könnte als Zustimmung zu Trump gewertet werden: „Vielleicht ist die Opposition deshalb etwas vorsichtiger mit politischen Botschaften bei der WM“, sagte Mahmoudian.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

DiePressecom /  🏆 5. in AT

 

Österreich Neuesten Nachrichten, Österreich Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

Die Gewitter waren für die Gewässer noch zu wenigDie Gewitter waren für die Gewässer noch zu wenig„Weine nicht, wenn der Regen fällt“– so beginnt der legendären Oldie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher. Doch aus aktuellen Gründen ...
Weiterlesen »

iOS 26.5.1 behebt Problem beim kabelgebundenen LadeniOS 26.5.1 behebt Problem beim kabelgebundenen LadenApple hat iOS 26.5.1 und macOS 26.5.1 veröffentlicht, um kritische Probleme beim iPhone 17, iPhone Air und M5-Macs zu beheben.
Weiterlesen »

Dua Lipa: 300 Gäste, 26 Kleider & Straßensperren!Dua Lipa: 300 Gäste, 26 Kleider & Straßensperren!300 Gäste, ein Sicherheitsaufgebot wie bei einem Staatsbesuch und eine ganze Stadt im absoluten Hochzeitsfieber! Nach ihrer standesamtlichen Trauung ...
Weiterlesen »

Auf Geburtstagsfeier: 26-Jähriger stirbt bei tragischem AufzugsunfallAuf Geburtstagsfeier: 26-Jähriger stirbt bei tragischem AufzugsunfallEin 26-Jähriger ist bei einer privaten Geburtstagsfeier in Attenhausen in einem Lastenaufzug tödlich verunglückt. Die Kriminalpolizei ermittelt die Unfallursache.
Weiterlesen »