Die Vorarlberger Landesregierung bestätigt, dass für die Ausarbeitung der neuen Tarifstruktur des Vorarlberger Verkehrsverbundes 122.200 Euro an das deutsche Unternehmen Probst & Consorten geflossen sind. Insgesamt wurden 70 Prozent des Auftragsvolumens nach Deutschland vergeben. Die SPÖ kritisiert die Vergabe und sieht darin einen politischen Fehltritt.
Für die Ausarbeitung der neuen VVV-Tarifstruktur wurden 122.200 Euro an ein deutsches Beratungsunternehmen fakturiert. Insgesamt gingen laut Landesregierung 70 Prozent des Auftragsvolumens nach Deutschland. Die neue Tarifwelt des Vorarlberger Verkehrsverbundes sorgt weiter für politische Diskussionen.
Anlass ist eine Anfrage der SPÖ, die nun von Landesstatthalter Christof Bitschi beantwortet wurde. Im Mittelpunkt steht das Dresdner Unternehmen Probst & Consorten Marketing-Beratung. Bitschi bestätigt, dass Probst & Consorten die Ausarbeitung der Tarifreform „fachlich begleitet“ hat. Im Rahmen einer Pauschalvereinbarung wurden dafür 2025 insgesamt 122.200 Euro an die Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH fakturiert.
Weitere Kosten seien 2026 in diesem Projekt „nicht angefallen oder geplant“. Besonders deutlich fällt die Antwort auf die Frage nach der regionalen Verteilung der Aufträge aus. 23 Prozent des Auftragsvolumens gingen an Unternehmen aus Vorarlberg, weitere 7 Prozent an ein Unternehmen im restlichen Österreich. 70 Prozent entfielen auf ein Unternehmen aus Deutschland. Damit ging der größte Anteil des Auftragsvolumens an einen Anbieter mit Sitz im Ausland. Konkret weist die Landesregierung für Probst & Consorten 122.200 Euro aus.
Die Anfragebeantwortung bezeichnet die Leistung als fachliche Begleitung bei der Ausarbeitung der Tarifreform. SPÖ-Klubobmann Mario Leiter kritisiert die Vergabe scharf.
„70 Prozent der Leistungen zur Ausarbeitung der Tarifreform sind nach Deutschland gegangen“, sagt Leiter. Er sieht darin auch angesichts der Kritik am neuen Tarifsystem einen Fehltritt.
„Und jetzt erfahren wir auch noch, dass dafür 122.000 Euro an Steuergeld an ein deutsches Planungsbüro geflossen sind“, so Leiter. Die Formulierung „Steuergeld“ ist dabei eine politische Bewertung des SPÖ-Klubobmanns. In der Anfragebeantwortung selbst wird die konkrete Finanzierung der 122.200 Euro nicht näher aufgeschlüsselt. Festgehalten wird, dass der Betrag 2025 an die Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH fakturiert wurde.
Die Anfragebeantwortung zeigt zugleich, dass die Verkehrsbetriebe in den vergangenen Jahren zahlreiche externe Unternehmen beauftragt haben. Genannt werden etwa Beratungen zur ÖPNV-Finanzierung, vergaberechtliche Begleitung sowie Leistungen für Marke, Kampagnen und Design. Für die ÖPNV-Finanzierung durch KCW wurden 2024 laut Aufstellung 204.047,77 Euro ausgewiesen. 2025 waren es 161.361,50 Euro. Für die Tarifstrategie durch Probst & Consorten kamen 122.200 Euro hinzu.
Leiter fordert nun weitere Erklärungen zu den Vergaben und Entscheidungsgrundlagen.
„Man hat über 120.000 Euro an eine Firma in Deutschland überwiesen und ein gut funktionierendes Tarifsystem in Vorarlberg zerstört“, sagt der SPÖ-Klubobmann. Die Landesregierung verweist bei einzelnen Fragen auf frühere Anfragebeantwortungen und bestehende Unterlagen. Eine vollständige Liste der Lokal- und Regiozonen ist laut Bitschi in den geltenden Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes enthalten.
Tarivreform Verkehrsverbund Vorarlberg Probst & Consorten Vergabe SPÖ
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